Alternativen zu Microsoft 365 Copilot
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Alternativen zu Microsoft 365 Copilot sind vor allem für Betriebe interessant, die keine Microsoft-365-Lizenzpflicht mitkaufen wollen, eigene Modelle wählen möchten oder On-Premise brauchen. Aus unserer geprüften Auswahl kommen Langdock, DeutschlandGPT, innoGPT und nele.ai infrage, mit Einstiegspreisen zwischen 10 € monatlich für ein Credit-Kontingent und 25 € pro Nutzer und Monat (Stand 08/2026). Copilot selbst kostet als Add-on 18,20 € pro Nutzer und Monat im Jahresabo und setzt ein berechtigtes Microsoft-365-Abonnement voraus.
Microsoft 365 Copilot ist kein eigenständiges Produkt, sondern ein Zusatz zu bestehenden Microsoft-365-Abonnements. Der Assistent arbeitet direkt in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams und greift über Microsoft Graph auf die Daten zu, auf die die jeweilige Person ohnehin Zugriff hat. Eine Alternative bedeutet in diesem Zusammenhang: eine eigenständige Plattform, die dieselben Aufgaben erledigt, aber nicht an die Office-Oberfläche und nicht an die Lizenzstruktur von Microsoft gebunden ist.
Drei Gründe führen typischerweise zur Suche. Erstens die Voraussetzung: Copilot lohnt sich nur, wenn ohnehin passende Microsoft-365-Lizenzen vorliegen. Zweitens die Modellwahl: Wer verschiedene Sprachmodelle nebeneinander einsetzen möchte, braucht eine Plattform, die das erlaubt. Drittens das Betriebsmodell: On-Premise ist für Copilot laut Anbieterangaben nicht vorgesehen, während drei Lösungen unserer Auswahl das für große Installationen anbieten.
Welche Alternativen haben wir geprüft?
Die Tabelle zeigt 4 Lösungen unserer Auswahl mit den harten Kriterien: Preis-Einstieg, Hosting, AV-Vertrag, Nachweise und On-Premise-Option. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.
| Lösung | Preis-Einstieg | Hosting | AVV | ISO 27001 | On-Premise | Passend für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| LangdockBerlin, Deutschland | Business 25 € pro Nutzer/Monat (jährlich 20 % günstiger); Enterprise ab 1.000 Nutzern auf Anfrage | EU-Hosting auf Microsoft Azure; Single-Tenant, eigene Cloud und On-Premise für Enterprise | nicht belegt | ja | ja | Sie allen Mitarbeitenden einen firmentauglichen Chat-Assistenten mit Modellwahl geben wollen |
| DeutschlandGPTGermering, Deutschland | Pro ab 16 €/Monat bei jährlicher Zahlung (inkl. USt); Business 20 € pro Nutzer/Monat zzgl. USt; Enterprise auf Anfrage | Open Telekom Cloud (T-Systems), Rechenzentren Magdeburg und Biere; Hoster mit BSI-C5-Testat | ja | ja | nicht belegt | deutsche Rechenzentren und ein dokumentierter AV-Vertrag Pflicht sind |
| innoGPTVechta, Deutschland | Business 25 € pro Nutzer/Monat zzgl. MwSt.; Business Max 109 €; Enterprise auf Anfrage | EU-Hosting auf AWS Frankfurt; Software und die meisten KI-Modelle in Europa gehostet | ja | ja | ja | Ihr Wissen in SharePoint, Confluence oder Google Drive liegt und durchsuchbar werden soll |
| nele.aiHungen, Deutschland | ab 10 € pro Monat für 1.000 Credits (Unternehmen gesamt); Wissensdatenbanken 19,95 €/Monat zusätzlich | Server in Deutschland laut Anbieter; KI-Modelle wahlweise auf europäischen oder internationalen Servern | ja | ja | ja | Sie mit wenigen Nutzenden starten und nicht pro Kopf bezahlen möchten |
Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Wann ist eine Alternative sinnvoll, wann nicht?
Sinnvoll ist sie, wenn Ihr Betrieb nicht vollständig in Microsoft 365 arbeitet oder wenn Sie die Modellauswahl selbst steuern wollen. Auch wer eine Plattform sucht, die neben dem Chat Agents und Workflows bereitstellt, findet außerhalb der Office-Welt mehr Spielraum.
Nicht sinnvoll ist sie, wenn Ihre Mitarbeitenden den ganzen Tag in Outlook, Word und Teams arbeiten und der Nutzen genau dort entstehen soll. Eine zweite Plattform bedeutet dann einen zusätzlichen Wechsel im Arbeitsablauf, und genau daran scheitern Einführungen häufig.
Was leisten die geprüften Alternativen?
Alle vier bündeln mehrere Sprachmodelle hinter einer verwalteten Oberfläche und lassen sich zentral administrieren. Langdock nennt EU-Hosting auf Microsoft Azure, ISO 27001 und SOC 2 sowie Single-Tenant, eigene Cloud und On-Premise für Enterprise-Installationen. innoGPT gibt EU-Hosting auf AWS Frankfurt, einen Auftragsverarbeitungsvertrag, ISO 27001 und deutschsprachigen Support an und bindet SharePoint, Teams, Google Drive, Confluence, Salesforce und HubSpot an.
DeutschlandGPT setzt auf die Open Telekom Cloud mit Rechenzentren in Magdeburg und Biere, bietet Add-ins für Microsoft 365 und Google Workspace und hat als einzige der vier einen Free-Plan. nele.ai rechnet über Credits statt Nutzerlizenzen ab, was bei ungleicher Nutzung im Team den Ausschlag geben kann, und bringt Add-ins für Word und Excel mit.
Wie sieht der Datenschutzvergleich aus?
Copilot ist für EU-Kunden laut Microsoft ein Dienst innerhalb der EU-Datengrenze; Modellaufrufe können bei hoher Auslastung in anderen Regionen erfolgen. Der Auftragsverarbeitungsvertrag ist Teil des Microsoft-Rahmenvertrags, ISO 27001 ist genannt. Anbieter ist die Microsoft Corporation mit Sitz in Redmond, USA.
Bei den Alternativen liegt der Sitz in Deutschland, und drei von vier nennen einen Auftragsverarbeitungsvertrag direkt auf ihren Seiten: DeutschlandGPT, innoGPT und nele.ai. Bei Langdock war er beim Prüflauf nicht öffentlich abrufbar. Entscheidend bleibt in beiden Fällen die Frage, wo die Modelle tatsächlich rechnen; die Subprozessorenlisten geben darüber Auskunft.
Was kosten die Optionen im Vergleich?
Copilot Business kostet 18,20 € pro Nutzer und Monat im Jahresabo zuzüglich Mehrwertsteuer, mit einem Aktionspreis von 15,60 € bis 30.09.2026; die Enterprise-Variante liegt bei 26,00 €. Hinzu kommt das vorausgesetzte Microsoft-365-Abonnement, das viele Betriebe ohnehin haben.
Bei den Alternativen liegen die veröffentlichten Preise Stand 08/2026 bei 25 € pro Nutzer und Monat für Langdock und innoGPT, 20 € pro Nutzer und Monat für den Business-Tarif von DeutschlandGPT und ab 10 € monatlich für 1.000 Credits bei nele.ai. Bei ungleicher Nutzung im Team verschiebt das Credit-Modell die Rechnung deutlich.
Was ist beim Wechsel zu beachten?
Der größte Aufwand entsteht nicht bei der Software, sondern bei den Berechtigungen. Copilot zeigt Inhalte, auf die eine Person Zugriff hat, auch solche, die nie hätten freigegeben sein sollen. Wer wechselt oder neu einführt, sollte diese Aufräumarbeit ohnehin erledigen.
Prüfen Sie außerdem, welche Aufgaben tatsächlich in der Office-Oberfläche stattfinden. Für Zusammenfassungen aus Teams und Outlook ist die Nähe zum Werkzeug ein echter Vorteil, für Rechercheaufgaben oder Textproduktion spielt sie kaum eine Rolle.
- Berechtigungen in SharePoint und Teams vor der Einführung prüfen.
- Klären, welche Aufgaben wirklich in Office stattfinden.
- Modellbedarf festlegen: reicht ein Anbieter oder brauchen Sie mehrere?
- Betriebsmodell klären: Cloud, eigene Cloud oder On-Premise?
Wann bleibt Copilot die bessere Entscheidung?
Wenn Ihr Unternehmen vollständig auf Microsoft 365 arbeitet, die Lizenzen bereits vorhanden sind und der Nutzen in den Office-Anwendungen entstehen soll, ist eine zweite Plattform selten die bessere Wahl. Der Assistent sitzt dort, wo gearbeitet wird, und braucht keine zusätzliche Anmeldung.
Auch für Betriebe ohne eigene IT-Ressourcen spricht viel dafür, im vorhandenen Vertragsverhältnis zu bleiben, statt einen weiteren Anbieter zu verwalten. Der Preis für diese Einfachheit ist die Bindung an einen Hersteller und dessen Modellauswahl.
Die Alternativen im Einzelnen
Je Lösung: Einordnung, geprüfte Merkmale, Preis-Einstieg mit Stand, Vor- und Nachteile aus dem Prüfprotokoll.
Langdock
Unternehmensweite KI-Plattform mit freier Modellwahl, Chat, Agents, Workflows und API unter zentraler Verwaltung.
- EU-Hosting
- ISO 27001
- SOC 2
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- Business 25 € pro Nutzer/Monat (jährlich 20 % günstiger); Enterprise ab 1.000 Nutzern auf Anfrage
- Hosting
- EU-Hosting auf Microsoft Azure; Single-Tenant, eigene Cloud und On-Premise für Enterprise
- Zielgröße
- ab 10 Mitarbeitenden
- Integrationen
- nicht belegt
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- EU-Hosting auf Azure laut Anbieter
- ISO 27001 und SOC 2 auf der Website angegeben
- On-Premise und eigene Cloud für Enterprise verfügbar
- Transparenter Listenpreis pro Nutzer
Nachteile
- AV-Vertrag nicht öffentlich abrufbar (Stand 08/2026)
- Integrationsliste auf der Website nicht erreichbar
- Kein dauerhafter Free-Plan (7 Tage Test)
Passt, wenn …
- … Sie allen Mitarbeitenden einen firmentauglichen Chat-Assistenten mit Modellwahl geben wollen
- … zentrale Verwaltung, Rechte und Governance wichtiger sind als ein einzelnes Spezialwerkzeug
- … Sie langfristig Agents und Workflows auf derselben Plattform aufbauen möchten
DeutschlandGPT
Datenschutzorientierte KI-Plattform mit Multi-Modell-Chat, Workflows, Assistenten, Office-Add-ins und API auf deutschen Servern.
- EU-Hosting
- AVV verfügbar
- ISO 27001
- Deutscher Support
- Preis-Einstieg
- Pro ab 16 €/Monat bei jährlicher Zahlung (inkl. USt); Business 20 € pro Nutzer/Monat zzgl. USt; Enterprise auf Anfrage
- Hosting
- Open Telekom Cloud (T-Systems), Rechenzentren Magdeburg und Biere; Hoster mit BSI-C5-Testat
- Zielgröße
- jede Größe (1 bis über 1.000 Mitarbeitende)
- Integrationen
- Microsoft 365, Google Workspace, Jira, HubSpot, Slack
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Hosting auf der Open Telekom Cloud in Deutschland laut Anbieter
- AV-Vertrag und ISO 27001 auf der Trust-Seite angegeben
- Free-Plan vorhanden
- Breite Modellauswahl
Nachteile
- Keine On-Premise- oder Private-Cloud-Option genannt
- Subprozessorenliste nennt auch US-Hyperscaler und Modellanbieter
- Pro-Preis inkl., Business-Preis zzgl. USt, unterschiedliche Basis
Passt, wenn …
- … deutsche Rechenzentren und ein dokumentierter AV-Vertrag Pflicht sind
- … Sie Microsoft 365 oder Google Workspace anbinden wollen
- … Sie vor dem Kauf kostenlos testen möchten
innoGPT
Unternehmensweite KI-Plattform mit Zugriff auf über 50 Modelle, Anbindung von Unternehmenswissen und Governance-Funktionen.
- EU-Hosting
- AVV verfügbar
- ISO 27001
- Deutscher Support
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- Business 25 € pro Nutzer/Monat zzgl. MwSt.; Business Max 109 €; Enterprise auf Anfrage
- Hosting
- EU-Hosting auf AWS Frankfurt; Software und die meisten KI-Modelle in Europa gehostet
- Zielgröße
- ab 10 Mitarbeitenden
- Integrationen
- SharePoint, Microsoft Teams, Google Drive, Salesforce, Confluence
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- EU-Hosting in Frankfurt laut Anbieter
- AV-Vertrag und ISO 27001 angegeben
- Breite Konnektoren für Unternehmenswissen
- Deutschsprachiger Anbieter und Support
Nachteile
- Welche Modelle außerhalb Europas laufen, ist nicht spezifiziert
- On-Premise nur im Enterprise-Plan (ab 1.000 Nutzer) genannt
- Kein dauerhafter Free-Plan (7 Tage Test)
Passt, wenn …
- … Ihr Wissen in SharePoint, Confluence oder Google Drive liegt und durchsuchbar werden soll
- … Sie mehrere Modelle hinter einer Oberfläche mit Rechteverwaltung brauchen
- … deutschsprachiger Support und EU-Hosting Voraussetzung sind
nele.ai
KI-Assistenz-Plattform mit Chat, Wissensdatenbanken (RAG), Prompt-Bibliothek und API, abgerechnet über Credits statt Nutzerlizenzen.
- EU-Hosting
- AVV verfügbar
- ISO 27001
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- ab 10 € pro Monat für 1.000 Credits (Unternehmen gesamt); Wissensdatenbanken 19,95 €/Monat zusätzlich
- Hosting
- Server in Deutschland laut Anbieter; KI-Modelle wahlweise auf europäischen oder internationalen Servern
- Zielgröße
- 1 bis 999 Mitarbeitende
- Integrationen
- Microsoft Word Add-in, Microsoft Excel Add-in, API, SSO (SAML 2.0)
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Credit-Modell ohne Nutzerlizenzen, monatlich kündbar
- AV-Vertrag öffentlich verlinkt
- ISO 27001 auf der Website angegeben
- Server in Deutschland laut Anbieter
Nachteile
- Hosting-Anbieter nicht genannt
- On-Premise nur für einzelne Modelle, Umfang offen
- Kein dauerhafter Free-Plan
Passt, wenn …
- … Sie mit wenigen Nutzenden starten und nicht pro Kopf bezahlen möchten
- … Ihnen deutsche Serverstandorte und ein öffentlich verlinkter AV-Vertrag wichtig sind
- … Sie Word und Excel direkt mit dem Assistenten verbinden wollen
Was Sie beim Wechsel bedenken sollten
Ein Wechsel kostet mehr als die Lizenzdifferenz. Rechnen Sie Datenübernahme, neue Anbindungen, Schulung und die Zeit ein, in der zwei Systeme parallel laufen. Prüfen Sie außerdem Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten des bestehenden Vertrags.
- Welche Daten müssen übernommen werden, und in welchem Format liegen sie vor?
- Welche Anbindungen (E-Mail, ERP, CRM, Ablage) sind heute produktiv und müssen neu gebaut werden?
- Wer schult die Mitarbeitenden, und wie lange dauert die Umgewöhnung?
- Gibt es einen Zeitraum, in dem beide Systeme parallel laufen müssen?
Die Gesamtrechnung mit allen Kostenblöcken steht auf Was KI im Unternehmen kostet; die Einführung beschreibt der Fahrplan.
Häufige Fragen
Brauche ich für Copilot zwingend Microsoft 365?
Ja. Microsoft nennt ein berechtigtes Microsoft-365-Abonnement als Voraussetzung für Copilot Business. Ohne dieses Abonnement scheidet die Lösung aus, und eine eigenständige Plattform ist der übliche Weg.
Gibt es eine Alternative mit On-Premise-Betrieb?
Langdock, innoGPT und nele.ai geben On-Premise beziehungsweise Betrieb auf eigener Infrastruktur an, bei Langdock und innoGPT im Rahmen der Enterprise-Pläne. Für Copilot ist On-Premise laut Anbieterangaben nicht vorgesehen. Klären Sie Umfang und Mindestgröße direkt mit dem Anbieter.
Kann ich beides parallel betreiben?
Technisch ja, und in größeren Betrieben kommt das vor. Sie brauchen dann aber eine klare Regel, welche Aufgabe mit welchem Werkzeug erledigt wird, sonst entstehen doppelte Kosten und uneinheitliche Ergebnisse.
Welche Alternative passt zu einem kleinen Betrieb?
Für sehr kleine Teams sind Modelle ohne Pro-Kopf-Lizenz meist praktikabler. nele.ai rechnet über Credits ab 10 € monatlich für das Unternehmen ab, DeutschlandGPT bietet einen Free-Plan und einen Pro-Tarif ab 16 € monatlich im Jahresabo (Stand 08/2026).
Wie schnell ist so eine Plattform eingeführt?
Die technische Einrichtung dauert meist Tage. Zeit kosten Rechtsgrundlage, Richtlinie, Betriebsratsbeteiligung und Schulung. Für einen Betrieb mit 50 bis 250 Mitarbeitenden sind sechs bis zwölf Wochen bis zum breiten Rollout eine realistische Planung.