Was KI im Unternehmen kostet: Preismodelle im Überblick
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Die Frage „Was kostet KI?“ hat keine einzelne Antwort, weil sich hinter dem Begriff sehr verschiedene Produkte verbergen: ein Chat-Assistent für alle Mitarbeitenden, ein Telefonassistent, eine Plattform, die Rechnungen ausliest. Was sich vergleichen lässt, sind die Preismodelle — und die öffentlichen Einstiegspreise der Lösungen, die wir aufgenommen haben. Kosten sind dabei ein realer Hinderungsgrund: 32 % (Destatis, 2025) der Unternehmen ohne KI-Einsatz nennen zu hohe Kosten als Grund, häufiger noch fehlendes Wissen mit 72 % (Destatis, 2025). Beides lässt sich mit einer sauberen Rechnung entschärfen.
Welche Preismodelle gibt es bei KI-Software?
Fünf Muster decken praktisch alle Angebote unserer Auswahl ab. Pro Nutzer und Monat ist der Standard bei Assistenten-Plattformen: Jeder Account kostet einen festen Betrag, meist mit Rabatt bei Jahreszahlung. Credits oder Verbrauch rechnen nach tatsächlicher Nutzung ab — das Unternehmen kauft ein Kontingent, egal wie viele Personen es teilen. Pro Dokument oder Projekt gilt in der Dokumentenverarbeitung: Anbieter kalkulieren nach Volumen und Dokumenttypen, oft mit Pilotpreis. Pro Minute ist das Modell der KI-Telefonie: Ein Grundpreis enthält ein Minutenkontingent. Pro Ausführung schließlich gilt bei Automatisierungsplattformen, die jeden durchlaufenen Workflow zählen.
Was kosten KI-Lösungen laut Anbieter konkret?
Die folgende Tabelle listet die öffentlichen Einstiegspreise der Lösungen unserer Auswahl, die überhaupt Preise veröffentlichen — wörtlich von den Anbieter-Websites, Stand 08/2026. Lösungen ohne Listenpreis stehen mit dem Vermerk „auf Anfrage“ dabei — dort müssen Sie ein Angebot einholen.
| Kategorie | Preis-Einstieg laut Anbieter (Stand 08/2026) | Lösung |
|---|---|---|
| KI-Assistenten | Pro ab 16 €/Monat bei jährlicher Zahlung (inkl. USt); Business 20 € pro Nutzer/Monat zzgl. USt; Enterprise auf Anfrage | DeutschlandGPT |
| KI-Assistenten | Business 25 € pro Nutzer/Monat zzgl. MwSt.; Business Max 109 €; Enterprise auf Anfrage | innoGPT |
| KI-Assistenten | Business 25 € pro Nutzer/Monat (jährlich 20 % günstiger); Enterprise ab 1.000 Nutzern auf Anfrage | Langdock |
| KI-Assistenten | Copilot Business 18,20 € pro Nutzer/Monat (Jahresabo, zzgl. MwSt.; Aktionspreis 15,60 € bis 30.09.2026); Enterprise 26,00 € | Microsoft 365 Copilot |
| KI-Assistenten | ab 10 € pro Monat für 1.000 Credits (Unternehmen gesamt); Wissensdatenbanken 19,95 €/Monat zusätzlich | nele.ai |
| Kundenservice | Pilot ab 500 €/Monat, Produktion ab 3.000 €/Monat; 14 Tage kostenlos testen | BOTfriends |
| Kundenservice | Solo ab 99 €/Monat (84 €/Monat bei jährlicher Zahlung), 1.000 Minuten inklusive | Fonio.ai |
| Kundenservice | auf Anfrage (monatlicher Betrag plus einmalige Einrichtung) | melibo |
| Kundenservice | Business ab 750 €/Monat bei jährlicher Zahlung (880 € monatlich), Mindestlaufzeit 3 Monate | moinAI |
| Dokumentenverarbeitung | auf Anfrage; Pilotprojekte ab 5.000 € (Projektpreis laut Startseite) | Konfuzio |
| Dokumentenverarbeitung | auf Anfrage (Pläne Core/Professional/Enterprise, Abrechnung nach Dokumenten pro Jahr; Mindestlaufzeit 12 Monate) | Workist |
| Automatisierung | Core ab 9 $/Monat (10.000 Credits); Free-Plan mit 1.000 Credits/Monat; Enterprise auf Anfrage | Make |
| Automatisierung | Starter 20 €/Monat bei jährlicher Abrechnung (2.500 Workflow-Ausführungen); Community Edition selbst gehostet kostenlos | n8n |
| Wissensmanagement | Starter 9,99 € pro Nutzer/Monat; weitere Pläne 13,99 € und 17,99 € | amber (ehemals amberSearch) |
| Wissensmanagement | Studio kostenlos (1 Nutzer, Prototyping); Enterprise auf Anfrage | deepset |
| Marketing & Vertrieb | öffentliche Preisliste auf der Anbieter-Website; beim Prüflauf nicht maschinell auslesbar (Stand 08/2026) | DeepL |
| Marketing & Vertrieb | Essential 42 €/Monat; Pro 84 € pro Nutzer/Monat; Enterprise auf Anfrage | neuroflash |
| Marketing & Vertrieb | Starter 18 $/Monat bei jährlicher Zahlung (29 $ monatlich); Free-Plan vorhanden | Synthesia |
Auffällig: Je näher ein Produkt am einzelnen Arbeitsplatz sitzt (Assistent, Übersetzung, Texterstellung), desto eher gibt es einen Listenpreis. Je tiefer es in Prozesse eingreift (Dokumentenverarbeitung, Contact Center, Auftragserfassung), desto häufiger heißt es „auf Anfrage“ — weil der Aufwand vom Einzelfall abhängt.
Was kosten Lösungen mit Preis pro Nutzer für 10, 50 oder 200 Mitarbeitende?
Für Lösungen mit belegtem Preis pro Nutzer lässt sich die Lizenzsumme einfach hochrechnen. Die Tabelle multipliziert den Listenpreis mit der Nutzerzahl; Rabatte bei Jahreszahlung, Staffelpreise und Steuern sind nicht berücksichtigt. Es ist eine Orientierung, kein Angebot.
| Lösung (Preis pro Nutzer/Monat) | 10 Nutzende | 50 Nutzende | 200 Nutzende |
|---|---|---|---|
| Langdock (25,00 €) | 250 €/Monat 3.000 €/Jahr | 1.250 €/Monat 15.000 €/Jahr | 5.000 €/Monat 60.000 €/Jahr |
| innoGPT (25,00 €) | 250 €/Monat 3.000 €/Jahr | 1.250 €/Monat 15.000 €/Jahr | 5.000 €/Monat 60.000 €/Jahr |
| DeutschlandGPT (20,00 €) | 200 €/Monat 2.400 €/Jahr | 1.000 €/Monat 12.000 €/Jahr | 4.000 €/Monat 48.000 €/Jahr |
| Microsoft 365 Copilot (18,20 €) | 182 €/Monat 2.184 €/Jahr | 910 €/Monat 10.920 €/Jahr | 3.640 €/Monat 43.680 €/Jahr |
| amber (ehemals amberSearch) (9,99 €) | 100 €/Monat 1.199 €/Jahr | 500 €/Monat 5.994 €/Jahr | 1.998 €/Monat 23.976 €/Jahr |
Rechenweg je Zelle: Listenpreis × Nutzende, Jahreswert × 12. Bei Microsoft 365 Copilot kommt das ohnehin nötige Microsoft-365-Abo hinzu; bei DeutschlandGPT gilt der Business-Preis zzgl. USt. Alle Preise Stand 08/2026 laut Anbieter.
Warum ist die Lizenz nicht die ganze Rechnung?
Weil vier weitere Kostenblöcke fast immer dazukommen und im ersten Jahr zusammen häufig über der Lizenzsumme liegen. Wir nennen hier keine Beträge, weil es dafür keine belastbaren Marktzahlen gibt — aber die Struktur sollte in jedem Budget stehen:
Die ehrliche Gesamtrechnung
- Lizenz: Listenpreis × Nutzende × 12, abzüglich Jahresrabatt, plus Zusatzmodule (z. B. Wissensdatenbanken, Minutenpakete).
- Einführung: Konfiguration, Rechte und Rollen, Anbindung an E-Mail, ERP, CRM oder Telefonanlage — intern oder durch den Anbieter.
- Schulung: Grundlagen für alle Nutzenden (Art. 4 KI-Verordnung), Vertiefung für Schlüsselrollen, Wiederholung bei neuen Funktionen.
- Organisation: KI-Richtlinie, Datenschutzprüfung, AV-Vertrag, Betriebsratsbeteiligung — interne Arbeitszeit, die selten budgetiert wird.
- Betrieb: Administration, Pflege von Prompts und Wissensquellen, Support für Nutzende, Nachjustieren nach dem Pilot.
Wie unterscheiden sich die Kosten je Kategorie?
Assistenten und Texterstellung sind die günstigste Einstiegsklasse: Listenpreise pro Nutzer oder kleine Credit-Pakete, Start ohne Projekt. Automatisierung ist ebenfalls günstig im Einstieg, skaliert aber mit der Zahl der Ausführungen — ein Workflow, der stündlich läuft, kostet anders als einer pro Tag. Kundenservice teilt sich in zwei Welten: Telefonassistenten für kleine Betriebe ab unter 100 € monatlich und Plattformen mit Projektcharakter ab mehreren hundert bis tausend Euro. Dokumentenverarbeitung ist fast durchweg Projektgeschäft; als einziger Anhaltspunkt nennt Konfuzio Pilotprojekte ab 5.000 €. Wissensmanagement liegt mit 9,99 € pro Nutzer (amber) wieder im Assistenten-Bereich, sofern keine eigene Infrastruktur gewünscht ist.
Welche Preisfallen sollten Sie kennen?
- Mindestlaufzeiten. Workist nennt zwölf Monate, moinAI drei Monate. Ein Pilot mit Jahresbindung ist kein Pilot.
- Aktionspreise. Microsoft weist für Copilot Business einen Aktionspreis bis 30.09.2026 aus; danach gilt der reguläre Preis. Rechnen Sie mit dem regulären.
- Netto oder brutto. Manche Anbieter nennen Preise inklusive, andere zuzüglich Umsatzsteuer — DeutschlandGPT sogar beides je nach Tarif.
- Währung. Make, Synthesia und deepset rechnen in US-Dollar; Wechselkurs und Auslandsgebühren kommen dazu.
- Zusatzmodule. Wissensdatenbanken, zusätzliche Minuten, Premium-Modelle oder Single-Tenant-Betrieb stehen oft nicht im Einstiegspreis.
Wie planen Sie ein KI-Budget für das erste Jahr?
Planen Sie in drei Stufen statt in einer Summe. Stufe eins ist der Pilot: wenige Lizenzen, ein klarer Anwendungsfall, vier bis acht Wochen, messbares Ziel. Stufe zwei ist der Rollout für die Rollen, die im Pilot messbar profitiert haben — nicht für alle. Stufe drei ist der Regelbetrieb mit Schulungsbudget und Zeit für Pflege. Wer so plant, zahlt im ersten Quartal wenig, lernt schnell und hat belastbare Zahlen, bevor die große Lizenzsumme fällig wird. Wie Sie die Ersparnis messen, steht auf Lohnt sich KI?; den Rechenweg nimmt Ihnen der Zeitersparnis-Rechner ab — mit einem Stundensatz von 45 € als editierbarem Vorschlag.
Häufige Fehler bei der Kostenplanung
- Alle Mitarbeitenden vom ersten Tag an lizenzieren, obwohl nur ein Teil täglich mit Texten oder Dokumenten arbeitet.
- Den Einführungsaufwand im Lizenzpreis vermuten — Anbindung an ERP oder Telefonanlage ist ein eigenes Projekt.
- Schulung als einmaliges Webinar planen; Nutzung bricht ohne Wiederholung ein, und die Lizenz läuft weiter.
- Angebote „auf Anfrage“ ohne festen Pilotumfang verhandeln — legen Sie Dokumentvolumen, Kanäle oder Nutzerzahl vorher fest.
- Die günstigste Lösung wählen und Hosting oder AV-Vertrag erst danach prüfen — ein Wechsel nach sechs Monaten kostet mehr als der Preisunterschied.
Häufige Fragen
Was kostet KI für ein kleines Unternehmen pro Monat?
Das hängt vom Preismodell ab. In unserer Auswahl beginnen Assistenten-Plattformen bei 10 € monatlich für ein Credit-Kontingent (nele.ai) oder 16 bis 25 € pro Nutzer; ein Telefonassistent startet bei 99 € monatlich (Fonio.ai), Automatisierung bei 9 $ (Make) bzw. 20 € (n8n). Alle Angaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. Dazu kommen Einführung und Schulung, die oft mehr kosten als die Lizenz im ersten Jahr.
Warum veröffentlichen viele Anbieter keine Preise?
Weil ihr Aufwand vom Projekt abhängt: Dokumentenverarbeitung wird nach Volumen und Dokumenttypen kalkuliert, Contact-Center-Plattformen nach Anrufvolumen und Integrationen. In unserer Auswahl nennen Cognigy, Parloa, Parashift, melibo, Workist und DocuWare IDP keine Listenpreise. Das ist kein Warnsignal, erschwert aber die Budgetplanung — fragen Sie nach einem Pilotpreis mit festem Umfang.
Ist ein Preis pro Nutzer oder ein Credit-Modell günstiger?
Pro-Nutzer-Preise sind planbar, werden aber teuer, wenn viele Mitarbeitende nur gelegentlich nutzen. Credit-Modelle rechnen nach tatsächlichem Verbrauch ab und passen für Teams mit wenigen, unregelmäßigen Nutzenden. Faustregel: Nutzen weniger als die Hälfte der lizenzierten Personen das Werkzeug täglich, lohnt sich der Blick auf ein Verbrauchsmodell.
Welche Kosten kommen zur Lizenz dazu?
Einführung (Konfiguration, Anbindung an E-Mail, ERP oder CRM), Schulung nach Art. 4 KI-Verordnung, interne Arbeitszeit für Richtlinie und Betriebsratsbeteiligung sowie laufender Betrieb (Administration, Prompt-Pflege, Nachschulung). Für diese Blöcke gibt es keine belastbaren Marktzahlen; planen Sie sie als eigene Positionen ein, statt sie im Lizenzpreis zu vermuten.
Gibt es Förderung für KI-Projekte im Mittelstand?
Es gibt Programme auf Landes- und Bundesebene, deren Konditionen sich ändern. Wir nennen hier bewusst keine Förderquoten, weil wir sie nicht gegen aktuelle Programm-Merkblätter geprüft haben. Fragen Sie Ihre IHK, Handwerkskammer oder Landesförderbank nach Digitalisierungs- und Beratungsförderung, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.
Wie rechne ich, ob sich KI bei uns lohnt?
Mit einer einfachen Formel: Mitarbeitende × gesparte Stunden pro Woche × Stundensatz × 4,33 ergibt die monatliche Ersparnis. Die gesparten Stunden messen Sie im Pilot, statt sie zu schätzen. Unser Zeitersparnis-Rechner und die Seite zum ROI erklären das Vorgehen Schritt für Schritt.