Perplexity-Alternativen für Firmenwissen
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Ein Rechercheassistent beantwortet Fragen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Im Unternehmen betreffen die teuren Fragen dagegen meist eigene Unterlagen: Verträge, Protokolle, Spezifikationen, Angebote. Aus unserer geprüften Auswahl decken amber, deepset und Langdock genau diesen zweiten Fall ab, mit veröffentlichten Preisen ab 9,99 € pro Nutzer und Monat bei amber und 25 € pro Nutzer und Monat bei Langdock; deepset nennt ein kostenloses Studio für einen Nutzer und Enterprise-Konditionen auf Anfrage (Stand 08/2026).
Perplexity ist ein Dienst, der Fragen in natürlicher Sprache beantwortet und dabei Quellen angibt. Diese Antwortform hat sich als Erwartung durchgesetzt: nicht eine Liste von Fundstellen, sondern eine formulierte Auskunft, deren Herkunft nachprüfbar ist. Eine Alternative im betrieblichen Sinn meint deshalb nicht einen anderen Rechercheassistenten, sondern dieselbe Antwortform auf den eigenen Unterlagen.
Die Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt. Externe Recherche und internes Wissen sind zwei verschiedene Aufgaben mit verschiedenen Anforderungen. Bei der externen Recherche geht es um Aktualität und darum, dass die Suchanfrage selbst nichts Vertrauliches preisgibt. Beim internen Wissen geht es um Anbindung, Zugriffsrechte und Aktualität der Ablage. Wer beides mit einem Werkzeug erledigen will, sollte zumindest wissen, dass er zwei Probleme gleichzeitig löst.
Welche Alternativen haben wir geprüft?
Die Tabelle zeigt 3 Lösungen unserer Auswahl mit den harten Kriterien: Preis-Einstieg, Hosting, AV-Vertrag, Nachweise und On-Premise-Option. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.
| Lösung | Preis-Einstieg | Hosting | AVV | ISO 27001 | On-Premise | Passend für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| amber (ehemals amberSearch)Aachen, Deutschland | Starter 9,99 € pro Nutzer/Monat; weitere Pläne 13,99 € und 17,99 € | T-Cloud-Rechenzentren in Deutschland und der EU | ja | ja | ja | Wissen über viele Systeme verstreut ist und niemand mehr findet, was er sucht |
| deepsetBerlin, Deutschland | Studio kostenlos (1 Nutzer, Prototyping); Enterprise auf Anfrage | Cloud oder selbst gehostet; Region der Cloud nicht genannt | nicht belegt | ja | ja | Sie ein eigenes Entwicklungsteam haben und eine maßgeschneiderte RAG-Anwendung bauen wollen |
| LangdockBerlin, Deutschland | Business 25 € pro Nutzer/Monat (jährlich 20 % günstiger); Enterprise ab 1.000 Nutzern auf Anfrage | EU-Hosting auf Microsoft Azure; Single-Tenant, eigene Cloud und On-Premise für Enterprise | nicht belegt | ja | ja | Sie allen Mitarbeitenden einen firmentauglichen Chat-Assistenten mit Modellwahl geben wollen |
Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Welche Frage wollen Sie beantworten: interne oder externe?
Notieren Sie eine Woche lang die Fragen, an denen Ihre Mitarbeitenden hängenbleiben. Erfahrungsgemäß fällt ein großer Teil in die zweite Kategorie: Was haben wir diesem Kunden vor zwei Jahren zugesagt, welche Toleranz gilt für dieses Bauteil, wie war die Regelung in jenem Projekt. Das steht in keiner öffentlichen Quelle.
Externe Recherche bleibt daneben ein eigener Bedarf, etwa für Markt- und Wettbewerbsbeobachtung oder Normenfragen. Sie ist in der Regel weniger zeitkritisch und betrifft weniger Personen, und sie verlangt eine eigene Regel dazu, welche Suchbegriffe überhaupt eingegeben werden dürfen.
Für die Werkzeugentscheidung heißt das: Klären Sie zuerst, welcher der beiden Bedarfe bei Ihnen den größeren Aufwand verursacht. Erst dann lohnt der Blick auf Funktionen.
Was leisten die geprüften Lösungen bei eigenen Unterlagen?
amber aus Aachen durchsucht angebundene Systeme wie SharePoint, Confluence, Microsoft Teams, Google Drive, HubSpot und Salesforce und beantwortet Fragen im Chat unter Beachtung der bestehenden Zugriffsrechte. Genannt sind T-Cloud-Rechenzentren in Deutschland und der EU, ein Auftragsverarbeitungsvertrag und ISO 27001; der Einstieg liegt bei 9,99 € pro Nutzer und Monat.
deepset aus Berlin ist kein fertiges Produkt für Endnutzende, sondern eine Plattform zum Entwickeln, Betreiben und Steuern eigener Frage-Antwort-Anwendungen auf Basis des Open-Source-Frameworks Haystack. Das lohnt sich, wenn Sie eine Auswertung brauchen, die kein Standardprodukt vorsieht, und ein Team haben, das die Anwendung dauerhaft betreibt.
Langdock aus Berlin ist die breiteste der drei Lösungen: eine unternehmensweite Plattform mit freier Modellwahl, Chat, Agents, Workflows und API unter zentraler Verwaltung. Welche Quellsysteme sich anbinden lassen, ist in unseren Prüfangaben nicht belegt, weil die Integrationsseite beim Prüflauf nicht erreichbar war.
Wie steht es um Quellenangaben und Nachprüfbarkeit?
Eine Antwort ohne Fundstelle ist im betrieblichen Einsatz nicht verwendbar, weil niemand sie verantworten kann. Achten Sie deshalb im Test darauf, dass jede Aussage auf ein Dokument verweist, das sich öffnen lässt, und prüfen Sie diese Verweise stichprobenartig nach.
Ein bewährtes Vorgehen ist eine Liste mit 20 Fragen aus dem Arbeitsalltag, deren richtige Antwort Sie kennen. Lassen Sie diese Fragen beantworten und zählen Sie drei Dinge: richtige Antwort mit richtiger Quelle, richtige Antwort ohne brauchbare Quelle, falsche Antwort. Die dritte Kategorie ist die wichtigste, weil sie zeigt, wo Ihre Ablage widersprüchliche Fassungen enthält.
Rechnen Sie damit, dass ein Teil der Fehler nicht an der Software liegt. Wenn drei Fassungen eines Preisblatts im Umlauf sind, kann kein System entscheiden, welche gilt. Legen Sie deshalb je Themenbereich eine führende Quelle fest.
- 20 Alltagsfragen mit bekannter Antwort als Prüfliste zusammenstellen.
- Jede Antwort auf ihre genannte Fundstelle zurückverfolgen.
- Führende Quelle je Themenbereich schriftlich festlegen.
- Testkonto ohne Sonderrechte für die Rechteprüfung anlegen.
Was ist bei vertraulichen Rechercheanlässen zu klären?
Auch eine Suchanfrage kann verraten, woran Sie arbeiten. Wer nach einem Zulieferer, einem Patent oder einem Übernahmekandidaten sucht, gibt damit eine Information preis, selbst wenn kein Dokument hochgeladen wird. Eine kurze interne Regel dazu, welche Vorhaben nicht in externe Dienste eingegeben werden, ist schnell geschrieben und wirksam.
Bei internen Quellen verschiebt sich die Frage auf Verarbeitungsort und Vertrag. amber nennt einen Auftragsverarbeitungsvertrag und Rechenzentren in Deutschland und der EU. Für deepset sind Auftragsverarbeitungsvertrag und Cloud-Region nicht belegt, Self-Hosting ist jedoch möglich. Für Langdock ist EU-Hosting auf Microsoft Azure angegeben, ein öffentlich abrufbarer Auftragsverarbeitungsvertrag war beim Prüflauf nicht auffindbar.
Was kostet das im Betrieb?
Belegt sind Stand 08/2026: amber ab 9,99 € pro Nutzer und Monat mit weiteren Plänen bei 13,99 € und 17,99 €; Langdock 25 € pro Nutzer und Monat, bei jährlicher Zahlung 20 Prozent günstiger; deepset kostenloses Studio für einen Nutzer zum Prototyping, Enterprise auf Anfrage.
Der größere Posten ist in allen drei Fällen die Vorbereitung der Quellen. Veraltete Fassungen aussortieren, Bereiche kennzeichnen, die nicht ausgewertet werden sollen, und Zuständigkeiten für die Pflege benennen. Beim Eigenbau mit deepset kommt dauerhafter Entwicklungs- und Betriebsaufwand hinzu.
Wo fehlen Angaben?
Bei amber ist SOC 2 nach Anbieterangabe nur nach Standard entwickelt und nicht als Attest belegt, das Vertragsdokument ist nicht öffentlich verlinkt. Bei deepset fehlen Auftragsverarbeitungsvertrag, Cloud-Region und Dokument-Konnektoren zu Systemen wie SharePoint oder Confluence. Bei Langdock fehlen Integrationsliste, Supportsprache und der Auftragsverarbeitungsvertrag.
Keiner der drei Anbieter veröffentlicht eine vollständige Liste der eingesetzten Modelle mit Verarbeitungsort. Fordern Sie sie vor Vertragsschluss an, denn sie entscheidet darüber, wohin Inhalte aus Ihren Dokumenten im laufenden Betrieb fließen.
Die Alternativen im Einzelnen
Je Lösung: Einordnung, geprüfte Merkmale, Preis-Einstieg mit Stand, Vor- und Nachteile aus dem Prüfprotokoll.
amber (ehemals amberSearch)
Business-AI-Plattform mit Enterprise-Suche, Chat und Agents über angebundene Unternehmenssysteme unter Beachtung bestehender Zugriffsrechte.
- EU-Hosting
- AVV verfügbar
- ISO 27001
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- Starter 9,99 € pro Nutzer/Monat; weitere Pläne 13,99 € und 17,99 €
- Hosting
- T-Cloud-Rechenzentren in Deutschland und der EU
- Zielgröße
- ab 10 Mitarbeitenden
- Integrationen
- SharePoint, Confluence, Microsoft Teams, Google Drive, HubSpot
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Niedriger Einstiegspreis pro Nutzer
- ISO 27001, AV-Vertrag und deutsche Rechenzentren angegeben
- Eigene Infrastruktur für Enterprise
- Viele Konnektoren
Nachteile
- SOC 2 nur „nach Standard entwickelt“, kein Attest
- AV-Dokument nicht öffentlich verlinkt
- Markenwechsel amberSearch → amber
Passt, wenn …
- … Wissen über viele Systeme verstreut ist und niemand mehr findet, was er sucht
- … bestehende Zugriffsrechte unbedingt respektiert werden müssen
- … Sie einen deutschen Anbieter mit niedrigem Preis pro Nutzer suchen
deepset
Plattform zum Entwickeln, Betreiben und Steuern von RAG- und Agenten-Anwendungen auf Basis des Open-Source-Frameworks Haystack.
- ISO 27001
- SOC 2
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- Studio kostenlos (1 Nutzer, Prototyping); Enterprise auf Anfrage
- Hosting
- Cloud oder selbst gehostet; Region der Cloud nicht genannt
- Zielgröße
- ab 50 Mitarbeitenden
- Integrationen
- PostgreSQL, OpenSearch, Snowflake, Elastic, MongoDB
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Open-Source-Basis (Haystack)
- Self-Hosting möglich
- ISO 27001 und SOC 2 genannt
- Kostenloses Studio zum Prototyping
Nachteile
- Kein fertiges Endnutzer-Produkt, Entwicklungsaufwand nötig
- AV-Vertrag und Cloud-Region nicht belegt
- Dokument-Konnektoren (SharePoint, Confluence) nicht belegt
Passt, wenn …
- … Sie ein eigenes Entwicklungsteam haben und eine maßgeschneiderte RAG-Anwendung bauen wollen
- … Self-Hosting und Open-Source-Basis wichtig sind
- … Sie in einer regulierten Branche volle Kontrolle über die Pipeline brauchen
Langdock
Unternehmensweite KI-Plattform mit freier Modellwahl, Chat, Agents, Workflows und API unter zentraler Verwaltung.
- EU-Hosting
- ISO 27001
- SOC 2
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- Business 25 € pro Nutzer/Monat (jährlich 20 % günstiger); Enterprise ab 1.000 Nutzern auf Anfrage
- Hosting
- EU-Hosting auf Microsoft Azure; Single-Tenant, eigene Cloud und On-Premise für Enterprise
- Zielgröße
- ab 10 Mitarbeitenden
- Integrationen
- nicht belegt
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- EU-Hosting auf Azure laut Anbieter
- ISO 27001 und SOC 2 auf der Website angegeben
- On-Premise und eigene Cloud für Enterprise verfügbar
- Transparenter Listenpreis pro Nutzer
Nachteile
- AV-Vertrag nicht öffentlich abrufbar (Stand 08/2026)
- Integrationsliste auf der Website nicht erreichbar
- Kein dauerhafter Free-Plan (7 Tage Test)
Passt, wenn …
- … Sie allen Mitarbeitenden einen firmentauglichen Chat-Assistenten mit Modellwahl geben wollen
- … zentrale Verwaltung, Rechte und Governance wichtiger sind als ein einzelnes Spezialwerkzeug
- … Sie langfristig Agents und Workflows auf derselben Plattform aufbauen möchten
Was Sie beim Wechsel bedenken sollten
Ein Wechsel kostet mehr als die Lizenzdifferenz. Rechnen Sie Datenübernahme, neue Anbindungen, Schulung und die Zeit ein, in der zwei Systeme parallel laufen. Prüfen Sie außerdem Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten des bestehenden Vertrags.
- Welche Daten müssen übernommen werden, und in welchem Format liegen sie vor?
- Welche Anbindungen (E-Mail, ERP, CRM, Ablage) sind heute produktiv und müssen neu gebaut werden?
- Wer schult die Mitarbeitenden, und wie lange dauert die Umgewöhnung?
- Gibt es einen Zeitraum, in dem beide Systeme parallel laufen müssen?
Die Gesamtrechnung mit allen Kostenblöcken steht auf Was KI im Unternehmen kostet; die Einführung beschreibt der Fahrplan.
Häufige Fragen
Können diese Lösungen auch im Internet recherchieren?
Der Schwerpunkt der geprüften Lösungen liegt auf eigenen Unternehmensdaten. Ob und in welchem Umfang eine Websuche enthalten ist, ist in unseren Prüfangaben nicht belegt. Fragen Sie das gezielt ab, wenn externe Recherche ein wesentlicher Teil Ihres Bedarfs ist.
Nennen die Antworten immer eine Quelle?
Das sollte Ihre Mindestanforderung sein, und Sie sollten es im Test prüfen. Verfolgen Sie 20 Antworten auf ihre Fundstelle zurück und sehen Sie nach, ob das genannte Dokument die Aussage wirklich trägt.
Sehen Mitarbeitende dadurch gesperrte Dokumente?
Nicht, wenn der Rechteabgleich greift. amber gibt an, bestehende Zugriffsrechte zu beachten. Prüfen Sie das mit einem Testkonto ohne Sonderrechte und lassen Sie sich den Mechanismus schriftlich beschreiben.
Brauchen wir Entwicklungsressourcen?
Für amber in der Regel nicht, das ist ein fertiges Produkt. deepset setzt ein Team voraus, das eine eigene Anwendung baut und betreibt. Langdock ist ein verwaltetes Produkt, dessen Anbindungen Sie vor der Auswahl abfragen sollten.
Können wir beides parallel nutzen?
Ja, und in größeren Betrieben kommt das vor: ein Werkzeug für externe Recherche, eines für internes Wissen. Wichtig ist eine klare Regel, welche Inhalte wo eingegeben werden dürfen, sonst landen vertrauliche Vorhaben im falschen Dienst.