Protokolle und Meetings zusammenfassen mit KI
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Ein Assistent verdichtet Notizen, Transkripte oder Dokumente zu einer Zusammenfassung mit Entscheidungen und Aufgaben. Drei Lösungen unserer Auswahl decken diesen Fall ab: innoGPT, Langdock und Microsoft 365 Copilot. Belegte Einstiegspreise liegen bei 18,20 € pro Nutzer und Monat im Jahresabo (Microsoft 365 Copilot) sowie bei 25 € pro Nutzer und Monat (Langdock und innoGPT), jeweils Stand 08/2026.
Meeting-Zusammenfassung mit KI bedeutet, dass ein Sprachmodell aus einem Transkript oder aus Stichpunkten ein strukturiertes Ergebnis erzeugt: Beschlüsse, offene Punkte, Zuständigkeiten, Termine. Der übliche Ablauf ohne Assistenz kennt zwei Varianten, beide unbefriedigend. Entweder schreibt eine Person mit und verpasst dabei die Hälfte der Diskussion, oder niemand schreibt mit, und drei Wochen später erinnert sich jede Seite anders an die Zusage.
Realistisch liefert der Assistent eine belastbare Rohfassung in wenigen Minuten. Er entscheidet nicht, was vertraulich bleibt, und er erkennt Vorbehalte und Zwischentöne nur eingeschränkt. Die Freigabe des Protokolls bleibt deshalb eine menschliche Aufgabe, gerade wenn daraus Verpflichtungen entstehen.
Welche geprüften Lösungen decken diese Aufgabe ab?
3 Lösungen unserer Auswahl adressieren protokolle und meetings zusammenfassen. Die Tabelle zeigt die harten Kriterien, darunter stehen Einordnung und Preis-Einstieg je Lösung. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.
| Lösung | Preis-Einstieg | Hosting | AVV | ISO 27001 | On-Premise | Passend für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Microsoft 365 CopilotRedmond, USA (Microsoft Corporation) | Copilot Business 18,20 € pro Nutzer/Monat (Jahresabo, zzgl. MwSt.; Aktionspreis 15,60 € bis 30.09.2026); Enterprise 26,00 € | EU-Data-Boundary-Dienst für EU-Kunden; Modellaufrufe bei hoher Auslastung ggf. in anderen Regionen | ja | ja | nein | Ihr Unternehmen ohnehin vollständig auf Microsoft 365 arbeitet |
| LangdockBerlin, Deutschland | Business 25 € pro Nutzer/Monat (jährlich 20 % günstiger); Enterprise ab 1.000 Nutzern auf Anfrage | EU-Hosting auf Microsoft Azure; Single-Tenant, eigene Cloud und On-Premise für Enterprise | nicht belegt | ja | ja | Sie allen Mitarbeitenden einen firmentauglichen Chat-Assistenten mit Modellwahl geben wollen |
| innoGPTVechta, Deutschland | Business 25 € pro Nutzer/Monat zzgl. MwSt.; Business Max 109 €; Enterprise auf Anfrage | EU-Hosting auf AWS Frankfurt; Software und die meisten KI-Modelle in Europa gehostet | ja | ja | ja | Ihr Wissen in SharePoint, Confluence oder Google Drive liegt und durchsuchbar werden soll |
Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
- Profil
In Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams eingebetteter KI-Assistent mit Zugriff auf die eigenen Microsoft-365-Daten.
Preis-Einstieg: Copilot Business 18,20 € pro Nutzer/Monat (Jahresabo, zzgl. MwSt.; Aktionspreis 15,60 € bis 30.09.2026); Enterprise 26,00 €
Alphabetisch, keine Rangfolge. Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. Passende Auswahl anfordern
Wie entsteht die Zusammenfassung technisch?
Aus einer Textquelle, nicht aus dem Raum. Entweder liegt bereits ein Transkript vor, etwa aus einer Videokonferenz, oder Sie geben Ihre Mitschrift in den Assistenten. Das Modell verdichtet den Text entlang einer Vorlage, die Sie vorgeben: Teilnehmende, Anlass, Beschlüsse, Aufgaben mit Zuständigkeit und Frist, offene Fragen.
Die Qualität hängt stärker an der Vorlage als am Modell. Wer nur um eine Zusammenfassung bittet, bekommt Fließtext. Wer eine feste Gliederung mit Aufgabenliste vorgibt, bekommt ein Dokument, das direkt in die Ablage kann. Microsoft 365 Copilot arbeitet dabei in Teams und Outlook, Langdock und innoGPT nehmen eingefügte oder hochgeladene Inhalte entgegen.
Welche Mitbestimmungsrechte sind zu beachten?
Sobald Systeme Verhalten oder Leistung von Beschäftigten erfassen können, greift Mitbestimmung. § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG regelt die Mitbestimmung bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Bei Aufzeichnung und Transkription von Besprechungen ist das regelmäßig einschlägig, auch wenn niemand eine Überwachung beabsichtigt.
Hinzu kommt die Unterrichtungspflicht: § 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG nennt die Planung von Arbeitsverfahren einschließlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. Binden Sie den Betriebsrat deshalb vor dem Pilot ein, nicht danach. Ohne Betriebsrat gilt trotzdem: Wer aufgezeichnet wird, muss es vorher wissen und zustimmen können.
Was gehört in eine gute Protokollvorlage?
Eine feste Struktur, die für jedes Meeting gleich bleibt. So lassen sich Protokolle später durchsuchen und vergleichen, und der Assistent liefert reproduzierbare Ergebnisse.
- Anlass, Datum, Teilnehmende und Verteiler
- Beschlüsse in ganzen Sätzen, ohne Interpretation
- Aufgaben mit Zuständigkeit und Frist, jeweils eine Zeile
- Offene Punkte mit dem Hinweis, wer sie klärt
- Ein Feld für Vertrauliches, das nicht in den allgemeinen Verteiler geht
Wo verarbeitet der Anbieter die Inhalte?
Das ist bei Besprechungsinhalten die zentrale Frage, weil dort oft Personalthemen, Vertragsdetails und Preise stehen. innoGPT nennt EU-Hosting auf AWS in Frankfurt sowie einen AV-Vertrag und ISO 27001. Langdock nennt EU-Hosting auf Microsoft Azure, ISO 27001 und SOC 2, ohne öffentlich abrufbaren AV-Vertrag. Microsoft nennt die EU-Datengrenze für EU-Kunden und behält sich Modellaufrufe in anderen Regionen bei hoher Auslastung vor.
Legen Sie zusätzlich fest, wie lange Transkripte gespeichert werden und wer sie löschen darf. Eine Aufbewahrung ohne Frist ist bei Besprechungsmitschriften selten begründbar.
Woran scheitern Protokollprojekte?
An fehlender Verabredung im Team. Wenn unklar ist, ob mitgeschnitten wird, entsteht Misstrauen, und die Beteiligten reden anders. Zweiter Grund: Das erzeugte Protokoll wird ungeprüft verschickt, ein Fehler landet in der Ablage, und danach traut niemand mehr dem Verfahren.
- Aufzeichnung ohne vorherige Ankündigung und Zustimmung
- Keine feste Vorlage, dadurch schwankt die Qualität stark
- Niemand prüft die Aufgabenliste vor dem Versand
- Vertrauliche Passagen landen im großen Verteiler
- Protokolle werden erzeugt, aber nirgends abgelegt und wiedergefunden
Wie messen Sie den Nutzen?
An der Zeit bis zum versendeten Protokoll und an der Zahl der Rückfragen danach. Beide Werte erheben Sie ohne Zusatzaufwand: Zeitstempel des Meetings gegen Zeitstempel der Protokollmail, und Rückfragen im Verteiler innerhalb einer Woche.
Ein dritter, weicher Indikator ist die Zahl der Aufgaben, die überhaupt eine benannte Zuständigkeit haben. In vielen Betrieben steigt sie deutlich, sobald eine Vorlage konsequent verwendet wird.
In welchen Branchen kommt dieser Fall besonders häufig vor?
Erfahrungsgemäß dort, wo die Aufgabe täglich anfällt und das Ergebnis leicht prüfbar ist. Für diese Branchen haben wir eigene Seiten mit Anwendungsfällen und passenden Lösungen:
Was gehört vor die Auswahl?
Erst der Prozess, dann der Rechtsrahmen, dann die Software. Klären Sie, welche Daten in dieser Aufgabe anfallen, ob personenbezogene Daten darunter sind und wer die Ergebnisse prüft. Die Grundlagen dazu stehen auf KI und DSGVO; wie viel Zeit die Aufgabe heute kostet, rechnen Sie mit dem Zeitersparnis-Rechner gegen.
Verwandte Anwendungsfälle
- Kundenanfragen im Chat beantworten: Wiederkehrende Fragen auf der Website automatisch beantworten und bei Bedarf an Mitarbeitende übergeben.
- E-Mails und Antworten vorformulieren: Antwortentwürfe, Zusammenfassungen und Textbausteine für den Posteingang erzeugen lassen.
- Firmenwissen durchsuchbar machen: Dokumente aus SharePoint, Confluence und Laufwerken so erschließen, dass Antworten mit Quelle kommen.
- Angebote schneller schreiben: Leistungsbeschreibungen und Angebotstexte aus Stichpunkten und Vorlagen erzeugen lassen.
- Schulungsvideos produzieren: Unterweisungen und Produktschulungen als Video erzeugen, ohne Studio und Dreh.
Häufige Fragen
Brauchen wir eine Aufzeichnung, oder reichen Notizen?
Notizen reichen für brauchbare Ergebnisse oft aus und sind rechtlich einfacher. Eine Aufzeichnung liefert mehr Detail, löst aber Mitbestimmung und Einwilligungsfragen aus. Beginnen Sie im Zweifel mit Stichpunkten.
Funktioniert das auch auf Deutsch mit Fachbegriffen?
Ja, die Qualität steigt jedoch deutlich, wenn Sie ein Glossar Ihrer Abkürzungen und Produktnamen mitgeben. Ohne Glossar entstehen plausible, aber falsche Auflösungen von Kürzeln.
Wer darf das Protokoll freigeben?
Legen Sie das vorab fest, in der Regel die Person, die eingeladen hat. Ohne benannte Freigabe wandert die Verantwortung zum Assistenten, und genau das soll nicht passieren.
Lässt sich das mit unserem Ablagesystem verbinden?
innoGPT nennt SharePoint, Microsoft Teams, Google Drive und Confluence als Anbindungen, Microsoft 365 Copilot arbeitet innerhalb von Microsoft 365. Klären Sie, ob das Protokoll automatisch am richtigen Ort landet, sonst bleibt ein manueller Schritt.
Was kostet das für ein zehnköpfiges Führungsteam?
Bei nutzerbasierten Modellen zahlen Sie nur für die Personen, die Protokolle erzeugen, nicht für alle Teilnehmenden. Bei Langdock oder innoGPT wären das 25 € pro Nutzer und Monat, Stand 08/2026, bei Microsoft 365 Copilot 18,20 € pro Nutzer im Jahresabo zuzüglich Steuer.