Was ist KI-Agent?
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Ein KI-Agent ist ein System, das nicht nur antwortet, sondern eine Aufgabe in Schritte zerlegt und Aktionen in anderen Programmen auslöst. Er kann Daten abrufen, einen Vorgang anlegen, eine Mail versenden oder einen Workflow starten, jeweils über eine Schnittstelle. Der Unterschied zum KI-Assistenten liegt darin, dass Ergebnisse nicht nur entstehen, sondern wirksam werden.
Ein Beispiel macht die Grenze deutlich. Ein Assistent liest eine eingehende Bestellung und schlägt die Auftragsdaten vor. Ein Agent legt den Auftrag im Warenwirtschaftssystem an, prüft die Verfügbarkeit, meldet dem Kunden den Liefertermin und hinterlegt den Vorgang. Der Nutzen ist größer, das Risiko ebenfalls, denn ein Fehler bleibt nicht in einem Textfeld, sondern steht in Ihren Stammdaten.
Deshalb hängt der Aufwand nicht am Sprachmodell, sondern an den Schnittstellen und Rechten. Bevor ein Agent etwas tun kann, brauchen Sie einen technischen Zugang zum Zielsystem, ein eigenes Konto für den Agenten, eine Beschränkung auf die nötigen Rechte und ein Protokoll, das jede Aktion nachvollziehbar macht. Betriebe unterschätzen diesen Teil regelmäßig, weil die Vorführung im Vertrieb so leicht aussieht.
Der typische Fehler ist der zu große erste Schritt. Wer sofort den gesamten Bestellprozess automatisieren will, baut monatelang und liefert nichts. Bewährt ist ein Ablauf mit fester Reihenfolge und wenigen Verzweigungen, bei dem das Modell nur die schwierige Teilaufgabe übernimmt, etwa das Auslesen und Zuordnen, während der Rest ein klassischer Workflow bleibt. Diese Bauform ist stabiler und lässt sich prüfen.
Vor der Einführung sollten drei Fragen beantwortet sein: Welche Aktionen darf der Agent ohne Rückfrage ausführen, ab welchem Betrag oder welcher Unsicherheit fragt er nach, und wie wird er im Fehlerfall gestoppt? Wenn ein Anbieter darauf keine klare Antwort hat, ist das Produkt für den produktiven Einsatz noch nicht so weit.
Voraussetzungen, bevor ein Agent produktiv arbeitet
- Ein eigenes technisches Konto mit den geringstmöglichen Rechten im Zielsystem.
- Eine festgelegte Liste erlaubter Aktionen, alles andere ist gesperrt.
- Ein Protokoll jeder Aktion mit Zeitpunkt, Auslöser und Ergebnis.
- Eine Schwelle, ab der ein Mensch freigibt, etwa bei Beträgen oder unsicheren Fällen.
- Ein Notaus: eine Stelle, an der der Agent sofort angehalten werden kann.
Welche Begriffe hängen damit zusammen?
- KI-Assistent: Ein Sprachmodell mit fester Aufgabe, festem Kontext und meist Zugriff auf Firmenwissen.
- Workflow: Eine festgelegte Kette von Schritten mit Auslöser, Bedingungen und Zielsystem.
- Schnittstelle: Der technische Zugang, über den zwei Systeme Daten austauschen. Entscheidet meist über den Projektaufwand.
Wo wird KI-Agent in der Auswahl konkret?
Begriffe helfen erst, wenn sie an einer Entscheidung hängen. KI-Agent spielt vor allem in Automatisierung & Agenten und Kundenservice & Voice eine Rolle. Dort sehen Sie, wie die geprüften Lösungen mit dem Punkt umgehen, jeweils mit Quelle und Stand-Datum. Ausführlicher steht das auf Automatisierung und Agenten.
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Häufige Fragen
Ersetzt ein Agent unsere bestehende Prozessautomatisierung?
Selten vollständig. Feste Abläufe sind in klassischen Werkzeugen besser aufgehoben, weil sie vorhersehbar und günstiger sind. Der Agent lohnt sich für die Teilschritte, an denen bisher ein Mensch entscheiden musste, weil die Eingangsdaten unstrukturiert sind.
Wie prüfen wir, ob ein Agent verlässlich arbeitet?
Mit einem Schattenbetrieb: Der Agent schlägt seine Aktionen vor, führt sie aber nicht aus, und eine Fachkraft vergleicht über einige Wochen. Erst wenn die Abweichungen bekannt und akzeptabel sind, schalten Sie einzelne Aktionen frei.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat?
Sobald Arbeitsabläufe verändert oder Leistungsdaten erfasst werden können, ist eine Beteiligung geboten. Planen Sie diese Gespräche früh ein, denn sie brauchen Zeit und sind nachträglich schwer nachzuholen. Lassen Sie die Einordnung für Ihren Fall arbeitsrechtlich prüfen.