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Glossar

Was ist KI-Kompetenz?

Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes

Kurz gesagt

KI-Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit der Beschäftigten, KI-Systeme sachkundig einzusetzen, ihre Ergebnisse einzuordnen und ihre Grenzen zu erkennen. Art. 4 der KI-Verordnung verlangt von Anbietern und Betreibern, Maßnahmen zu ergreifen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Diese Pflicht gilt seit dem 02.02.2025.

Die Verordnung schreibt kein Format vor und verlangt keine Prüfung mit Zeugnis. Verlangt wird, dass Sie sich um das Thema kümmern und das nach Ihren Möglichkeiten angemessen tun. Für einen Betrieb mit 40 Beschäftigten kann das eine strukturierte Unterweisung mit Dokumentation sein, für einen Konzern ein gestuftes Programm. Der Maßstab ist Angemessenheit, nicht Umfang.

Inhaltlich brauchen Mitarbeitende weniger Technik, als oft angenommen wird. Wichtiger ist, dass sie verstehen, warum ein Sprachmodell überzeugend klingende Fehler erzeugen kann, welche Daten sie eingeben dürfen, wie sie Ergebnisse prüfen und wann sie abbrechen. Rollen mit besonderem Bezug, etwa Personal oder Buchhaltung, brauchen einen ergänzenden Teil zu den Besonderheiten ihres Bereichs.

Der typische Fehler ist, die Unterweisung mit der Produktschulung des Anbieters zu verwechseln. Eine Produktschulung zeigt Knöpfe, eine Kompetenzunterweisung zeigt Grenzen. Beides ist sinnvoll, aber nur das zweite adressiert die Anforderung aus Art. 4. Ebenso häufig fehlt die Dokumentation: Ohne Teilnehmerliste, Datum und Inhaltsübersicht lässt sich später nicht belegen, dass etwas stattgefunden hat.

Dass Sie das Thema brauchen, erkennen Sie schlicht daran, dass Mitarbeitende KI nutzen. Nach Destatis nennen 72 % der Unternehmen ohne KI-Einsatz fehlendes Wissen als Grund (Destatis, 2025); Bitkom nennt fehlendes technisches Know-how bei 53 % der Unternehmen als Hemmnis (Bitkom, 2025). Kompetenz ist damit nicht nur eine Pflicht, sondern der Engpass, der die meisten Projekte ausbremst.

Bausteine einer angemessenen Unterweisung

  • Wie ein Sprachmodell antwortet und warum falsche Antworten überzeugend klingen können.
  • Welche Daten eingegeben werden dürfen und welche nicht, mit Beispielen aus Ihrem Betrieb.
  • Wie Ergebnisse geprüft werden, und wer im Zweifel entscheidet.
  • Was bei einem Vorfall zu tun ist und an wen er gemeldet wird.
  • Dokumentation mit Datum, Teilnehmenden und Inhaltsübersicht.

Welche Begriffe hängen damit zusammen?

  • KI-Verordnung: Die europäische Verordnung, die KI-Systeme nach Risiko einstuft und daran Pflichten knüpft.
  • Schulung: Die Einweisung der Belegschaft. Nach Art. 4 der KI-Verordnung nicht optional, sondern gefordert.
  • Leitplanken: Regeln, die festlegen, was ein KI-System tun darf und was nicht, und wann es abgibt.

Wo wird KI-Kompetenz in der Auswahl konkret?

Begriffe helfen erst, wenn sie an einer Entscheidung hängen. KI-Kompetenz spielt vor allem in KI-Assistenten & LLM-Plattformen eine Rolle. Dort sehen Sie, wie die geprüften Lösungen mit dem Punkt umgehen, jeweils mit Quelle und Stand-Datum.

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Häufige Fragen

Reicht ein einmaliges Online-Video?

Ein Video kann ein Baustein sein, trägt aber selten allein. Ohne Bezug auf Ihre Werkzeuge, Ihre Daten und Ihre Regeln bleibt es abstrakt. Sinnvoll ist eine kurze Einheit mit Beispielen aus dem eigenen Alltag und eine schriftliche Regel zum Nachlesen.

Wen müssen wir einbeziehen?

Alle, die mit den Systemen arbeiten oder deren Ergebnisse verwenden, einschließlich Führungskräften. Für Bereiche mit sensiblen Daten empfiehlt sich ein vertiefender Teil. Neue Mitarbeitende sollten das Thema im Onboarding mitbekommen, sonst veraltet Ihr Nachweis still.

Quellen

  • Anbieterangaben laut Anbieter-Websites (abgerufen am 20.08.2026)