Was ist Schulung?
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Eine Schulung im KI-Kontext ist die geplante Einweisung der Belegschaft in Werkzeug, Regeln und Grenzen des Einsatzes. Sie umfasst mehr als die Bedienung: Sie vermittelt, welche Aufgaben sich eignen, welche Daten eingegeben werden dürfen und wie Ergebnisse geprüft werden. Die Verordnung (EU) 2024/1689 verlangt in Art. 4, dass Anbieter und Betreiber nach besten Kräften für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals sorgen.
In der Praxis entscheidet die Schulung darüber, ob eine Einführung Wirkung entfaltet. Werkzeuge werden gekauft, Zugänge verteilt, und nach drei Wochen nutzen sie noch fünf Personen. Der Grund ist fast nie die Technik, sondern das fehlende Bild davon, wofür sich das Werkzeug im eigenen Arbeitsalltag eignet. Genau dieses Bild lässt sich in zwei Stunden mit eigenen Beispielen erzeugen.
Bewährt hat sich ein dreiteiliger Aufbau. Ein kurzer Teil zur Funktionsweise und zu den typischen Fehlerarten, damit niemand blind vertraut. Ein praktischer Teil mit Aufgaben aus dem eigenen Bereich, an denen die Teilnehmenden selbst arbeiten. Und ein Regelteil, der festhält, was erlaubt ist und was nicht. Fachbereiche mit besonderem Bezug, etwa Personal oder Buchhaltung, bekommen eine ergänzende Einheit.
Der klassische Fehler ist die einmalige Veranstaltung ohne Fortsetzung. Werkzeuge ändern sich, Modelle werden ersetzt, neue Mitarbeitende kommen hinzu. Ohne einen wiederkehrenden Termin und ohne Einbindung ins Onboarding veraltet Ihr Wissensstand still. Der zweite Fehler ist fehlende Dokumentation: Ohne Datum, Teilnehmerliste und Inhaltsübersicht lässt sich später nichts belegen.
Dass Bedarf besteht, zeigen die Zahlen deutlich: Nach Destatis nennen 72 % der Unternehmen, die keine KI nutzen, fehlendes Wissen als Grund (Destatis, 2025). Bitkom nennt fehlendes technisches Know-how bei 53 % der Unternehmen als Hemmnis (Bitkom, 2025). Rechnen Sie die Schulungszeit in Ihre Gesamtkosten ein, denn sie ist in vielen Projekten der größte interne Posten.
Welche Begriffe hängen damit zusammen?
- KI-Kompetenz: Die nach Art. 4 der KI-Verordnung geforderte Fähigkeit der Belegschaft, KI-Systeme sachkundig einzusetzen.
- Pilotbetrieb: Ein befristeter Testlauf mit echten Daten und einem vorher festgelegten Messwert.
- Leitplanken: Regeln, die festlegen, was ein KI-System tun darf und was nicht, und wann es abgibt.
Wo wird Schulung in der Auswahl konkret?
Begriffe helfen erst, wenn sie an einer Entscheidung hängen. Schulung spielt vor allem in KI-Assistenten & LLM-Plattformen eine Rolle. Dort sehen Sie, wie die geprüften Lösungen mit dem Punkt umgehen, jeweils mit Quelle und Stand-Datum.
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Häufige Fragen
Wie viel Zeit sollten wir einplanen?
Für eine Grundeinweisung sind zwei bis drei Stunden je Gruppe ein üblicher Rahmen, ergänzt um kurze Auffrischungen. Wichtiger als die Dauer ist der Bezug zu echten Aufgaben. Eine Stunde mit eigenen Beispielen wirkt mehr als ein halber Tag Theorie.
Sollte der Anbieter schulen oder wir selbst?
Der Anbieter erklärt sein Produkt, Sie erklären Ihre Regeln und Ihre Anwendungsfälle. Beides zusammen ergibt eine brauchbare Einweisung. Interne Schlüsselpersonen, die Fragen im Alltag beantworten, sind erfahrungsgemäß wirksamer als jede zusätzliche Veranstaltung.
Wie dokumentieren wir das?
Mit Datum, Teilnehmerliste, Inhaltsübersicht und der ausgehändigten Regel. Das genügt in den meisten Fällen als Nachweis, dass Sie sich um das Thema gekümmert haben. Legen Sie die Unterlagen dort ab, wo Sie auch Ihre übrige Einführungsdokumentation führen.