Alternativen zu Microsoft Power Automate
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Wer Abläufe automatisieren will, die viele Systeme außerhalb einer einzelnen Produktwelt berühren, sucht in der Regel eine Plattform mit breiter Anbindung und einem festgelegten Betriebsort. Aus unserer geprüften Auswahl decken Make und n8n diese Aufgabe ab. Make beginnt bei 9 $ monatlich für 10.000 Credits und hat einen Free-Plan mit 1.000 Credits im Monat; n8n nennt einen Starter-Tarif ab 20 € monatlich bei jährlicher Abrechnung mit 2.500 Workflow-Ausführungen sowie eine kostenlos selbst gehostete Community Edition (Stand 08/2026).
Microsoft Power Automate ist der Automatisierungsdienst innerhalb der Microsoft-Produktwelt. Eine Alternative meint hier eine eigenständige Plattform, die dieselbe Grundaufgabe erledigt, nämlich wiederkehrende Übergaben zwischen Systemen ohne manuelles Kopieren, dabei aber nicht an eine bestimmte Produktfamilie und deren Lizenzstruktur gebunden ist. Der Nutzen ist in beiden Fällen derselbe: Ein Ereignis in System A löst eine Handlung in System B aus, zuverlässig und nachvollziehbar.
Die Suche beginnt meist mit einem konkreten Ablauf, der über die eigene Systemgrenze hinausreicht: eine Bestellung aus dem Shop ins ERP, ein Formular aus dem Web ins CRM, eine Prüfung mit einem Sprachmodell zwischendrin. Dazu kommen zwei organisatorische Fragen, die den Ausschlag geben: Wer baut und wartet die Abläufe, die Fachabteilung oder die IT? Und wo dürfen die Daten verarbeitet werden, die dabei durchlaufen? Beide Fragen entscheiden die Auswahl stärker als der Funktionsumfang.
Welche Alternativen haben wir geprüft?
Die Tabelle zeigt 2 Lösungen unserer Auswahl mit den harten Kriterien: Preis-Einstieg, Hosting, AV-Vertrag, Nachweise und On-Premise-Option. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.
| Lösung | Preis-Einstieg | Hosting | AVV | ISO 27001 | On-Premise | Passend für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Makelaut Website nicht belegt (Footer nennt Celonis) | Core ab 9 $/Monat (10.000 Credits); Free-Plan mit 1.000 Credits/Monat; Enterprise auf Anfrage | AWS (EU/Nordamerika); ob der Kunde die EU-Region wählen kann, ist nicht belegt | ja | ja | nein | Fachabteilungen ohne Entwickler Abläufe zwischen Cloud-Tools verknüpfen sollen |
| n8nBerlin, Deutschland | Starter 20 €/Monat bei jährlicher Abrechnung (2.500 Workflow-Ausführungen); Community Edition selbst gehostet kostenlos | Cloud von n8n betrieben in Frankfurt; Self-Hosting möglich | ja | nicht belegt | ja | Ihre IT Workflows selbst bauen und bei Bedarf selbst hosten will |
Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Wann führt der Weg zu einer eigenständigen Plattform?
Wenn Ihre Systemlandschaft breit ist. Sobald Shop, ERP, Buchhaltung, CRM und Fachanwendungen aus verschiedenen Häusern zusammenspielen sollen, zählt die Zahl und Tiefe der Anbindungen mehr als die Nähe zu einer bestimmten Office-Umgebung.
Ein zweiter Anlass ist der Betriebsort. Wer belegen muss, wo personenbezogene Daten verarbeitet werden, braucht eine benannte Region oder die Möglichkeit, selbst zu betreiben. n8n nennt für die Cloud-Variante Frankfurt und erlaubt zusätzlich Self-Hosting; Make nennt AWS mit Rechenzentren in der EU und Nordamerika, ob Kunden die Region wählen können, war beim Prüflauf nicht belegt.
Nicht sinnvoll ist der Wechsel, wenn Ihre Abläufe fast ausschließlich innerhalb einer Produktwelt stattfinden und dort ohne Zusatzkosten laufen. Eine zweite Plattform bedeutet einen weiteren Vertrag, eine weitere Rechteverwaltung und eine weitere Stelle, an der etwas ausfallen kann.
Wer baut und wartet die Abläufe?
Diese Frage trennt die beiden geprüften Lösungen am deutlichsten. Make richtet sich an Fachabteilungen ohne Entwicklungserfahrung und arbeitet mit visuellen Szenarien; angebunden werden unter anderem OpenAI, HubSpot, Monday.com, NetSuite, Salesforce und Slack. n8n adressiert laut Anbieter technische Teams, bringt Bausteine für KI-Agenten mit und nennt Anbindungen an Slack, Google Workspace, Microsoft 365 und SAP.
In der Praxis entsteht der größere Schaden nicht durch fehlende Funktionen, sondern durch Abläufe, die niemand mehr kennt. Wenn eine Kollegin eine Automatisierung baut und das Haus verlässt, läuft sie weiter, bis sie bricht. Legen Sie deshalb von Anfang an fest, wer welchen Ablauf verantwortet und wo er dokumentiert ist.
Eine einfache Regel hilft: Abläufe, die Geld, Kundendaten oder Verträge berühren, gehören in die Hände einer benannten Person mit Vertretung. Alles andere kann die Fachabteilung selbst betreuen, solange die Ablage der Zugangsdaten geregelt ist.
- Verantwortliche Person und Vertretung je Ablauf schriftlich festhalten.
- Zugangsdaten zentral verwalten statt in persönlichen Konten.
- Abläufe mit Geld- oder Kundendatenbezug gesondert kennzeichnen.
- Benachrichtigung bei Fehlläufen einrichten, nicht nur Protokolle schreiben.
Wie unterscheiden sich Verarbeitungsort und Nachweise?
n8n aus Berlin betreibt die Cloud laut Preisseite in Frankfurt und erlaubt Self-Hosting unter der Sustainable Use License für interne Geschäftszwecke. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist öffentlich verlinkt, SOC 2 Typ 2 ist im Trust Center genannt, ISO 27001 ist nicht belegt.
Bei Make ist der Firmensitz auf der Website nicht belegt, das Impressum war beim Prüflauf nicht erreichbar; der Footer nennt Celonis. Der Anbieter stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag als Dokument bereit und nennt ISO 27001 und SOC 2. Self-Hosting gibt es nicht, Enterprise-Kunden erhalten laut Anbieter eine separat verwaltete AWS-Umgebung.
Bei jeder Plattform gilt dasselbe: Ein Ablauf verlagert den Verarbeitungsort dorthin, wo seine Schritte ausgeführt werden. Ein Workflow, der ein Sprachmodell außerhalb der EU aufruft, transportiert Ihre Daten dorthin, auch wenn die Plattform selbst in Frankfurt läuft. Führen Sie deshalb je Ablauf eine kurze Notiz, welche Dienste er anspricht.
Was kostet das bei realer Nutzung?
Die Grundpreise sind niedrig, die Skalierung entscheidet. Make rechnet in Credits, n8n in Workflow-Ausführungen. Derselbe Ablauf kostet ein Vielfaches, wenn er alle fünf Minuten statt einmal täglich startet, und das sieht man dem Ablaufdiagramm nicht an.
Schätzen Sie deshalb vor der Auswahl die erwartete Zahl der Ausführungen pro Monat und rechnen Sie beide Modelle dagegen. Bei Self-Hosting entfallen Lizenzkosten, dafür entstehen Betriebskosten, Aktualisierungen und Arbeitszeit für die Überwachung. Kalkulieren Sie diese Zeit ehrlich, sonst verschiebt sich der Aufwand nur von der Rechnung in den Arbeitsalltag.
Wie übertragen Sie bestehende Abläufe?
Abläufe lassen sich zwischen Plattformen nicht automatisch übertragen, sie werden neu gebaut. Das ist weniger dramatisch, als es klingt, weil die Logik meist einfach ist und der Neubau die Gelegenheit bietet, gewachsene Sonderfälle wegzulassen.
Gehen Sie in drei Schritten vor: bestehende Abläufe inventarisieren und nach Nutzen sortieren, die drei wichtigsten zuerst nachbauen und einige Wochen parallel laufen lassen, danach schrittweise umschalten. Notieren Sie dabei je Ablauf, welche Daten er anfasst, denn genau diese Liste brauchen Sie später für Ihre Dokumentation.
Wo fehlen Angaben?
Bei Make sind der Firmensitz und die Möglichkeit der EU-Regionswahl nicht belegt, und die Preise sind in US-Dollar ausgewiesen. Bei n8n ist ISO 27001 nicht belegt, und die Community-Lizenz erlaubt nur interne Geschäftszwecke, was bei einer Nutzung für Kundenprojekte zu prüfen ist.
Für beide gilt: Die Liste der verfügbaren Anbindungen ändert sich schneller als jede Dokumentation. Prüfen Sie Ihre zwei oder drei wichtigsten Systeme im Testzugang selbst, statt sich auf eine Aufzählung zu verlassen.
Die Alternativen im Einzelnen
Je Lösung: Einordnung, geprüfte Merkmale, Preis-Einstieg mit Stand, Vor- und Nachteile aus dem Prüfprotokoll.
Make
Visuelle Automatisierungsplattform, die Apps, Datenquellen und KI-Modelle per Drag-and-drop zu Workflows und Agenten verbindet.
- AVV verfügbar
- ISO 27001
- SOC 2
- Preis-Einstieg
- Core ab 9 $/Monat (10.000 Credits); Free-Plan mit 1.000 Credits/Monat; Enterprise auf Anfrage
- Hosting
- AWS (EU/Nordamerika); ob der Kunde die EU-Region wählen kann, ist nicht belegt
- Zielgröße
- 1 bis 999 Mitarbeitende
- Integrationen
- OpenAI, HubSpot, Monday.com, NetSuite, Salesforce
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Free-Plan und sehr günstiger Einstieg
- Öffentlicher AV-Vertrag, ISO 27001 und SOC 2 angegeben
- Sehr viele App-Anbindungen
Nachteile
- Kein Self-Hosting / On-Premise
- EU-Regionswahl nicht belegt
- Firmensitz auf der Website nicht belegt (Impressum nicht erreichbar)
- Preise in USD
Passt, wenn …
- … Fachabteilungen ohne Entwickler Abläufe zwischen Cloud-Tools verknüpfen sollen
- … Sie mit einem Free-Plan starten und klein hochskalieren wollen
- … Self-Hosting keine Anforderung ist
n8n
Workflow-Automatisierung für technische Teams mit KI-Agenten-Bausteinen, als Cloud aus Frankfurt oder selbst gehostet.
- EU-Hosting
- AVV verfügbar
- SOC 2
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- Starter 20 €/Monat bei jährlicher Abrechnung (2.500 Workflow-Ausführungen); Community Edition selbst gehostet kostenlos
- Hosting
- Cloud von n8n betrieben in Frankfurt; Self-Hosting möglich
- Zielgröße
- ab 2 Mitarbeitenden
- Integrationen
- Slack, Google Workspace, Microsoft 365, SAP
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Self-Hosting unter Sustainable Use License
- Cloud in Frankfurt laut Anbieter
- Öffentlicher AV-Vertrag, SOC 2 Typ 2
- Transparenter Einstiegspreis
Nachteile
- ISO 27001 nicht belegt
- Community-Lizenz nur für interne Zwecke
- Richtet sich an technische Teams
Passt, wenn …
- … Ihre IT Workflows selbst bauen und bei Bedarf selbst hosten will
- … Daten das Haus nicht verlassen sollen (Self-Hosting)
- … Sie KI-Agenten in bestehende Abläufe einbetten möchten
Was Sie beim Wechsel bedenken sollten
Ein Wechsel kostet mehr als die Lizenzdifferenz. Rechnen Sie Datenübernahme, neue Anbindungen, Schulung und die Zeit ein, in der zwei Systeme parallel laufen. Prüfen Sie außerdem Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten des bestehenden Vertrags.
- Welche Daten müssen übernommen werden, und in welchem Format liegen sie vor?
- Welche Anbindungen (E-Mail, ERP, CRM, Ablage) sind heute produktiv und müssen neu gebaut werden?
- Wer schult die Mitarbeitenden, und wie lange dauert die Umgewöhnung?
- Gibt es einen Zeitraum, in dem beide Systeme parallel laufen müssen?
Die Gesamtrechnung mit allen Kostenblöcken steht auf Was KI im Unternehmen kostet; die Einführung beschreibt der Fahrplan.
Häufige Fragen
Brauchen wir dafür eine IT-Abteilung?
Für Make in der Regel nicht, die Plattform richtet sich an Fachabteilungen ohne Entwicklungserfahrung. n8n adressiert laut Anbieter technische Teams; einfache Abläufe gelingen auch dort ohne Programmierung, aufwendige Fälle profitieren von IT-Kenntnissen.
Können wir selbst hosten?
n8n bietet Self-Hosting an, die Community Edition ist dabei kostenlos und läuft unter der Sustainable Use License für interne Geschäftszwecke. Für Make ist Self-Hosting nicht vorgesehen. Bedenken Sie, dass Betrieb, Aktualisierungen und Verfügbarkeit beim Eigenbetrieb bei Ihnen liegen.
Was ist mit KI-Schritten in den Abläufen?
Beide Plattformen können Sprachmodelle einbinden, Make nennt OpenAI ausdrücklich als Anbindung, n8n bringt Bausteine für KI-Agenten mit. Damit verlagert sich ein Teil der Verarbeitung zum Modellanbieter. Halten Sie fest, welches Modell in welcher Region antwortet.
Was kostet der Einstieg?
Nach den veröffentlichten Angaben Stand 08/2026 beginnt Make bei 9 $ monatlich für 10.000 Credits mit einem Free-Plan von 1.000 Credits im Monat, n8n bei 20 € monatlich im Jahresabo mit 2.500 Workflow-Ausführungen. Die Selbstbetriebsvariante von n8n ist lizenzkostenfrei.
Ist das hier eine vollständige Aufstellung?
Nein. Wir stellen die Lösungen unserer geprüften Auswahl vor. Weitere Automatisierungswerkzeuge sind am Markt; wir nehmen nur auf, was wir aus Primärquellen belegen können.