Alternativen zu klassischer RPA-Software
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Klassische RPA-Software bedient Programmoberflächen so, wie ein Mensch es täte, und ist deshalb auf jede Layoutänderung empfindlich. Automatisierung über Schnittstellen umgeht diesen Punkt, setzt aber voraus, dass die beteiligten Systeme eine Schnittstelle anbieten. Aus unserer geprüften Auswahl decken Make und n8n den Weg über Schnittstellen ab, Make ab 9 $ monatlich für 10.000 Credits mit Free-Plan, n8n ab 20 € monatlich im Jahresabo für 2.500 Workflow-Ausführungen sowie als kostenlos selbst gehostete Community Edition (Stand 08/2026).
RPA steht für Robotic Process Automation. Ein Software-Roboter klickt sich durch Anwendungen, liest Felder aus, kopiert Werte und drückt Schaltflächen, genau wie eine Sachbearbeiterin es täte. Der große Vorteil dieser Bauform: Sie funktioniert auch bei Altsystemen, die keine Schnittstelle anbieten, und braucht dafür keine Änderung an der Anwendung selbst.
Der Preis dafür ist die Empfindlichkeit. Verschiebt ein Update ein Feld, ändert sich eine Beschriftung oder erscheint ein zusätzlicher Dialog, bricht der Ablauf und muss nachgezogen werden. Automatisierung über Schnittstellen kennt dieses Problem nicht, weil sie nicht die Oberfläche bedient, sondern direkt mit dem System spricht. Wo beide Wege möglich sind, ist der zweite in der Regel der haltbarere.
Welche Alternativen haben wir geprüft?
Die Tabelle zeigt 2 Lösungen unserer Auswahl mit den harten Kriterien: Preis-Einstieg, Hosting, AV-Vertrag, Nachweise und On-Premise-Option. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.
| Lösung | Preis-Einstieg | Hosting | AVV | ISO 27001 | On-Premise | Passend für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Makelaut Website nicht belegt (Footer nennt Celonis) | Core ab 9 $/Monat (10.000 Credits); Free-Plan mit 1.000 Credits/Monat; Enterprise auf Anfrage | AWS (EU/Nordamerika); ob der Kunde die EU-Region wählen kann, ist nicht belegt | ja | ja | nein | Fachabteilungen ohne Entwickler Abläufe zwischen Cloud-Tools verknüpfen sollen |
| n8nBerlin, Deutschland | Starter 20 €/Monat bei jährlicher Abrechnung (2.500 Workflow-Ausführungen); Community Edition selbst gehostet kostenlos | Cloud von n8n betrieben in Frankfurt; Self-Hosting möglich | ja | nicht belegt | ja | Ihre IT Workflows selbst bauen und bei Bedarf selbst hosten will |
Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Worin unterscheiden sich Oberfläche und Schnittstelle?
Die Oberflächenautomatisierung ahmt Bedienung nach. Sie ist damit überall einsetzbar, wo ein Mensch arbeiten kann, und braucht keine Mitwirkung des Herstellers. Genau deshalb ist sie in Betrieben mit alten Fachanwendungen verbreitet und dort oft die einzige Möglichkeit.
Die Schnittstellenautomatisierung spricht das System direkt an, meist über eine API. Sie ist schneller, weniger fehleranfällig und übersteht Layoutänderungen, setzt aber voraus, dass eine Schnittstelle existiert und für Sie freigeschaltet ist. Prüfen Sie das systemweise, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
In der Praxis laufen beide Wege oft nebeneinander. Neue Systeme werden über Schnittstellen angebunden, ein oder zwei Altsysteme bleiben bei der Oberflächenbedienung. Diese Aufteilung ist kein Kompromiss, sondern eine sachgerechte Antwort auf eine gemischte Systemlandschaft.
- Je System prüfen: Gibt es eine Schnittstelle und ist sie für Sie nutzbar?
- Abläufe zählen, die in den letzten zwölf Monaten durch Updates gebrochen sind.
- Ablösetermine der Altsysteme erfragen, bevor Sie dort investieren.
- Fachliche Verantwortung je Ablauf benennen, mit Vertretung.
Wann trägt der Weg über Schnittstellen?
Wenn die beteiligten Systeme moderne Cloud-Anwendungen sind, also Shop, CRM, Buchhaltung, Ticketsystem oder Personalsoftware. Dort ist eine Schnittstelle heute die Regel, und die Automatisierung wird dadurch belastbar genug für den täglichen Betrieb.
Er trägt außerdem, wenn ein Ablauf ohnehin neu gedacht wird. Viele RPA-Abläufe bilden Handgriffe nach, die aus einer Zeit stammen, in der zwei Systeme nicht miteinander sprechen konnten. Sobald sie das können, entfällt oft nicht nur der Roboter, sondern der halbe Ablauf.
Er trägt nicht, wenn eine Kernanwendung ohne Schnittstelle im Zentrum steht und in den nächsten Jahren nicht abgelöst wird. In diesem Fall bleibt die Oberflächenbedienung notwendig, und die Frage lautet eher, welche der übrigen Schritte sich davon trennen lassen.
Was leisten die geprüften Lösungen?
Make verbindet Web-Anwendungen über visuelle Szenarien und richtet sich an Fachabteilungen ohne Entwicklungserfahrung; genannt sind Anbindungen an OpenAI, HubSpot, Monday.com, NetSuite, Salesforce und Slack. Der Free-Plan mit 1.000 Credits monatlich erlaubt einen Probelauf ohne Beschaffungsprozess.
n8n aus Berlin richtet sich laut Anbieter an technische Teams, bringt Bausteine für KI-Agenten mit und nennt Anbindungen an Slack, Google Workspace, Microsoft 365 und SAP. Die Cloud läuft laut Preisseite in Frankfurt, zusätzlich ist Self-Hosting möglich.
Beide ersetzen keine Oberflächenautomatisierung, sie lösen dieselbe fachliche Aufgabe auf einem anderen Weg. Wenn Ihr Ziel lautet, dass eine Bestellung aus dem Shop im ERP landet, zählt das Ergebnis und nicht die Bauform.
Wie unterscheiden sich Betriebsmodell und Nachweise?
n8n nennt Frankfurt als Standort der Cloud und erlaubt Self-Hosting unter der Sustainable Use License für interne Geschäftszwecke; ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist öffentlich verlinkt, SOC 2 Typ 2 ist im Trust Center genannt, ISO 27001 ist nicht belegt.
Make nennt AWS mit Rechenzentren in der EU und Nordamerika, wobei nicht belegt ist, ob Kunden die Region wählen können; Self-Hosting gibt es nicht. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag liegt als Dokument vor, ISO 27001 und SOC 2 sind genannt. Der Firmensitz war auf der Website nicht belegt, das Impressum beim Prüflauf nicht erreichbar.
Für den Datenschutz zählt außerdem, was ein Ablauf unterwegs aufruft. Ein Workflow, der ein Sprachmodell außerhalb der EU anspricht, verlagert die Verarbeitung dorthin, auch wenn die Plattform in Frankfurt läuft. Führen Sie je Ablauf eine kurze Notiz über die angesprochenen Dienste.
Was kostet das, und wie wird abgerechnet?
Klassische RPA rechnet häufig über Roboter und Arbeitsplätze ab, die geprüften Lösungen über Verbrauch: Make in Credits, n8n in Workflow-Ausführungen. Das ändert die Rechnung grundlegend, weil nicht die Zahl der Abläufe zählt, sondern wie oft sie starten.
Schätzen Sie daher die erwartete Zahl der Ausführungen pro Monat, bevor Sie Tarife vergleichen. Ein Ablauf, der im Fünfminutentakt prüft, ob eine neue Datei vorliegt, verbraucht ein Vielfaches eines Ablaufs, der einmal täglich startet, und lässt sich oft ohne Nachteil umbauen.
Wann bleibt Oberflächenautomatisierung nötig?
Wenn eine zentrale Fachanwendung keine Schnittstelle bietet und ihre Ablösung nicht absehbar ist. Dann bleibt der bisherige Weg der einzige, und ein Wechsel würde nur Aufwand ohne Gegenwert erzeugen.
Auch bei stark regulierten Abläufen mit Nachweispflichten kann die vorhandene Lösung die bessere sein, weil Protokolle, Freigaben und Prüfpfade dort bereits eingerichtet sind. Prüfen Sie in solchen Fällen, ob einzelne Teilschritte über Schnittstellen laufen können, während der Kern bleibt, wie er ist. Das ist der übliche Weg zu weniger Brüchen ohne Projektrisiko.
Die Alternativen im Einzelnen
Je Lösung: Einordnung, geprüfte Merkmale, Preis-Einstieg mit Stand, Vor- und Nachteile aus dem Prüfprotokoll.
Make
Visuelle Automatisierungsplattform, die Apps, Datenquellen und KI-Modelle per Drag-and-drop zu Workflows und Agenten verbindet.
- AVV verfügbar
- ISO 27001
- SOC 2
- Preis-Einstieg
- Core ab 9 $/Monat (10.000 Credits); Free-Plan mit 1.000 Credits/Monat; Enterprise auf Anfrage
- Hosting
- AWS (EU/Nordamerika); ob der Kunde die EU-Region wählen kann, ist nicht belegt
- Zielgröße
- 1 bis 999 Mitarbeitende
- Integrationen
- OpenAI, HubSpot, Monday.com, NetSuite, Salesforce
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Free-Plan und sehr günstiger Einstieg
- Öffentlicher AV-Vertrag, ISO 27001 und SOC 2 angegeben
- Sehr viele App-Anbindungen
Nachteile
- Kein Self-Hosting / On-Premise
- EU-Regionswahl nicht belegt
- Firmensitz auf der Website nicht belegt (Impressum nicht erreichbar)
- Preise in USD
Passt, wenn …
- … Fachabteilungen ohne Entwickler Abläufe zwischen Cloud-Tools verknüpfen sollen
- … Sie mit einem Free-Plan starten und klein hochskalieren wollen
- … Self-Hosting keine Anforderung ist
n8n
Workflow-Automatisierung für technische Teams mit KI-Agenten-Bausteinen, als Cloud aus Frankfurt oder selbst gehostet.
- EU-Hosting
- AVV verfügbar
- SOC 2
- On-Premise möglich
- Preis-Einstieg
- Starter 20 €/Monat bei jährlicher Abrechnung (2.500 Workflow-Ausführungen); Community Edition selbst gehostet kostenlos
- Hosting
- Cloud von n8n betrieben in Frankfurt; Self-Hosting möglich
- Zielgröße
- ab 2 Mitarbeitenden
- Integrationen
- Slack, Google Workspace, Microsoft 365, SAP
Stand: 08/2026 · Quelle: Anbieter-Website
Vorteile
- Self-Hosting unter Sustainable Use License
- Cloud in Frankfurt laut Anbieter
- Öffentlicher AV-Vertrag, SOC 2 Typ 2
- Transparenter Einstiegspreis
Nachteile
- ISO 27001 nicht belegt
- Community-Lizenz nur für interne Zwecke
- Richtet sich an technische Teams
Passt, wenn …
- … Ihre IT Workflows selbst bauen und bei Bedarf selbst hosten will
- … Daten das Haus nicht verlassen sollen (Self-Hosting)
- … Sie KI-Agenten in bestehende Abläufe einbetten möchten
Was Sie beim Wechsel bedenken sollten
Ein Wechsel kostet mehr als die Lizenzdifferenz. Rechnen Sie Datenübernahme, neue Anbindungen, Schulung und die Zeit ein, in der zwei Systeme parallel laufen. Prüfen Sie außerdem Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten des bestehenden Vertrags.
- Welche Daten müssen übernommen werden, und in welchem Format liegen sie vor?
- Welche Anbindungen (E-Mail, ERP, CRM, Ablage) sind heute produktiv und müssen neu gebaut werden?
- Wer schult die Mitarbeitenden, und wie lange dauert die Umgewöhnung?
- Gibt es einen Zeitraum, in dem beide Systeme parallel laufen müssen?
Die Gesamtrechnung mit allen Kostenblöcken steht auf Was KI im Unternehmen kostet; die Einführung beschreibt der Fahrplan.
Häufige Fragen
Ersetzen diese Plattformen einen Software-Roboter vollständig?
Nur dort, wo die beteiligten Systeme eine nutzbare Schnittstelle anbieten. Für Altanwendungen ohne Schnittstelle bleibt die Oberflächenbedienung notwendig. Prüfen Sie das systemweise, bevor Sie ein Ablöseprojekt aufsetzen.
Lassen sich bestehende Abläufe übernehmen?
Nein, sie werden neu gebaut. Das ist meist weniger aufwendig als befürchtet, weil die fachliche Logik einfach ist und der Neubau die Gelegenheit bietet, überflüssige Zwischenschritte wegzulassen.
Brauchen wir dafür Entwicklerinnen und Entwickler?
Für Make in der Regel nicht, die Plattform richtet sich an Fachabteilungen. n8n adressiert laut Anbieter technische Teams; einfache Abläufe gelingen auch dort ohne Programmierung, komplexe profitieren von IT-Kenntnissen.
Können wir im eigenen Haus betreiben?
n8n bietet Self-Hosting an, die Community Edition ist dabei kostenlos und für interne Geschäftszwecke lizenziert. Für Make ist Self-Hosting nicht vorgesehen. Beim Eigenbetrieb liegen Aktualisierungen, Sicherung und Verfügbarkeit bei Ihnen.
Warum machen Sie keine Angaben zu klassischer RPA-Software?
Wir nehmen nur Lösungen auf, deren Angaben zu Preis, Hosting und Verträgen wir aus Primärquellen belegt haben. Für klassische RPA-Software liegt uns kein solcher Prüflauf vor, deshalb beschreiben wir hier nur die Bauform und unsere geprüfte Auswahl.