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Softwarelotsen
Anwendungsfall

Aufträge ins ERP übernehmen mit KI

Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes

Kurz gesagt

Software liest eingehende Bestellungen aus E-Mail, PDF, Excel oder EDI-Formaten, gleicht Artikelnummern und Konditionen ab und schreibt den Auftrag ins ERP. Drei Lösungen unserer Auswahl decken diesen Fall ab: Workist, Konfuzio und Parashift. Workist rechnet nach Dokumentenmenge pro Jahr ab, nennt keine öffentlichen Preise und arbeitet mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit (Stand 08/2026).

Automatisierte Auftragserfassung bedeutet, dass Bestellungen von Kunden ohne manuelle Eingabe im ERP landen. Der Fachbegriff dafür lautet Sales Order Automation. Im Innendienst sieht der heutige Ablauf typischerweise so aus: Eine Bestellung kommt als PDF-Anhang, jemand öffnet sie, sucht die Kundennummer, übersetzt die Artikelbezeichnung des Kunden in die eigene Artikelnummer, prüft Preis und Menge und legt den Auftrag an. Bei Sammelbestellungen mit dreißig Positionen dauert das eine halbe Stunde, und jede Ziffer kann falsch abgetippt werden.

Realistisch ist eine hohe Automatisierung bei wiederkehrenden Kunden mit gleichbleibendem Bestellformat, und eine Teilautomatisierung bei allem anderen. Was die Software nicht ersetzt, ist die kaufmännische Entscheidung: Sonderkonditionen, Kreditlimits, Liefertermine bei Engpässen. Diese Fälle sollen bewusst in der manuellen Bearbeitung landen, statt automatisch durchzulaufen.

Welche geprüften Lösungen decken diese Aufgabe ab?

3 Lösungen unserer Auswahl adressieren aufträge ins erp übernehmen. Die Tabelle zeigt die harten Kriterien, darunter stehen Einordnung und Preis-Einstieg je Lösung. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.

Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.

LösungPreis-EinstiegHostingAVVISO 27001On-PremisePassend für
WorkistBerlin, Deutschlandauf Anfrage (Pläne Core/Professional/Enterprise, Abrechnung nach Dokumenten pro Jahr; Mindestlaufzeit 12 Monate)EU-Hosting in Frankfurt (SaaS); Cloud-Anbieter nicht genanntjanicht belegtnicht belegtIhr Innendienst täglich Bestellungen manuell ins ERP abtippt
KonfuzioAßlar, Deutschlandauf Anfrage; Pilotprojekte ab 5.000 € (Projektpreis laut Startseite)On-Premise oder Cloud bei deutschen Anbietern (Hetzner, Telekom) sowie Azure, AWS, Google Cloudnicht belegtjajaSie viele verschiedene Dokumenttypen mit eigenen Modellen verarbeiten wollen
ParashiftSissach, Schweizauf AnfrageGoogle Cloud, Regionen Zürich oder Frankfurt; Compliance-Zonen Deutschland/EU/Schweiznicht belegtjaPrivate CloudSie in einer regulierten Branche (Versicherung, Bank, Klinik) Dokumente verarbeiten

Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.

  • Workist

    Berlin, Deutschland

    • EU-Hosting
    • AVV verfügbar
    • SOC 2

    KI-Agent für den Vertriebsinnendienst, der Aufträge, Anfragen und Auftragsbestätigungen automatisch ausliest und ins ERP überträgt.

    Preis-Einstieg: auf Anfrage (Pläne Core/Professional/Enterprise, Abrechnung nach Dokumenten pro Jahr; Mindestlaufzeit 12 Monate)

    Profil
  • Konfuzio

    Aßlar, Deutschland

    • EU-Hosting
    • ISO 27001
    • On-Premise möglich

    KI-Plattform zur Dokumentenverarbeitung (Extraktion, Klassifikation, Trennung) mit Workflow-Automatisierung, Cloud oder On-Premise.

    Preis-Einstieg: auf Anfrage; Pilotprojekte ab 5.000 € (Projektpreis laut Startseite)

    Profil
  • Parashift

    Sissach, Schweiz

    • EU-Hosting
    • ISO 27001
    • SOC 2

    Cloud-Plattform für KI-gestützte Dokumentenklassifikation und Datenextraktion mit Fokus auf regulierte Branchen.

    Preis-Einstieg: auf Anfrage

    Profil

Alphabetisch, keine Rangfolge. Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. Passende Auswahl anfordern

Wie kommt eine Bestellung automatisch ins ERP?

Über eine Kette aus Eingang, Erkennung, Abgleich und Buchung. Das System zieht Bestellungen aus einem Postfach oder einer Schnittstelle, erkennt Absender und Dokumenttyp und liest Kopf- und Positionsdaten aus. Danach folgt der Teil, der diesen Anwendungsfall von reiner Dokumentenerfassung unterscheidet: der Abgleich mit Ihren Stammdaten. Kundenartikelnummer wird zu Ihrer Artikelnummer, Freitextbezeichnung zu einem Katalogartikel, Konditionen werden gegen die Preisliste geprüft.

Erst danach wird der Auftrag im ERP angelegt, entweder direkt über eine Schnittstelle oder als Vorschlag zur Freigabe. Workist nennt Anbindungen an SAP S/4HANA, SAP ECC, Microsoft Dynamics 365 Business Central, Oracle NetSuite, Sage 100 und 200 sowie proALPHA. Konfuzio nennt unter anderem SAP und DATEV, Parashift SAP und Microsoft Dynamics.

Welche Voraussetzungen muss der Innendienst mitbringen?

Eine belastbare Artikel- und Kundenzuordnung. Der häufigste Stolperstein ist nicht die Texterkennung, sondern die Übersetzung zwischen Kundensprache und Ihrem Katalog. Wenn ein Kunde seit Jahren eigene Bezeichnungen verwendet, braucht das System eine Zuordnungstabelle oder genug Beispielbestellungen, um sie zu lernen.

  • Ein Postfach, in dem Bestellungen zentral eingehen
  • Eindeutige Artikelstammdaten und, wo vorhanden, Kundenartikelnummern
  • Klare Regeln, welche Aufträge nie automatisch durchlaufen dürfen
  • Eine ERP-Schnittstelle oder ein freigegebener Importweg
  • Bestellungen der letzten Monate als Trainings- und Testmenge

Was kostet die Auftragsautomatisierung?

Die Preise sind bei diesem Anwendungsfall durchweg verhandelt, nicht veröffentlicht. Workist nennt Pläne mit Abrechnung nach Dokumenten pro Jahr und eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten, ohne öffentliche Beträge. Konfuzio verweist auf Pilotprojekte ab 5.000 € als Projektpreis, Parashift veröffentlicht keine Preise. Alle Angaben Stand 08/2026 laut Anbieter-Websites.

Für die interne Kalkulation ist die Abrechnungseinheit wichtiger als der Listenpreis: Bei Abrechnung pro Dokument steigen die Kosten mit dem Geschäftsvolumen, bei Nutzerlizenzen nicht. Rechnen Sie außerdem die Anbindung ans ERP als eigenen Posten, weil sie den größten Teil der Einführung ausmacht.

Welche Datenschutzfragen stellen sich bei Aufträgen?

Bestelldokumente enthalten Ansprechpartner, Lieferadressen und teils Preisvereinbarungen. Damit gilt auch hier Art. 28 DSGVO: Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag darf kein Anbieter diese Daten in Ihrem Auftrag verarbeiten. Klären Sie zusätzlich, ob Bestelldaten zum Training von Modellen verwendet werden dürfen, und schließen Sie das vertraglich aus, wenn Sie es nicht wollen.

Belegte Lage bei den drei Lösungen: Workist nennt EU-Hosting in Frankfurt und einen verfügbaren AV-Vertrag, dazu SOC 2. Parashift nennt Google Cloud in Zürich oder Frankfurt mit wählbaren Compliance-Zonen sowie ISO 27001 und SOC 2 auf der Website. Konfuzio nennt On-Premise oder deutsche Cloud-Anbieter und ISO 27001. Wo ein AV-Vertrag nicht öffentlich auffindbar war, fordern Sie ihn vor der Testphase an.

Woran scheitern Projekte im Vertriebsinnendienst?

An zu breitem Start. Wer alle Kunden gleichzeitig automatisieren will, kämpft mit Dutzenden Formatvarianten und verliert die Belegschaft. Erfolgreiche Projekte beginnen mit den fünf bis zehn Kunden, die das größte Bestellvolumen und die gleichmäßigsten Formate haben, und erweitern danach.

  • Start mit Ausnahmefällen statt mit Standardbestellungen
  • Keine Zuordnungstabelle für Kundenartikelnummern
  • Automatische Anlage ohne Kreditlimit- und Konditionsprüfung
  • Fehlende Rückmeldung an den Kunden bei unklaren Positionen
  • Der Innendienst erfährt erst beim Rollout, was sich ändert

Wie belegen Sie den Nutzen?

Über drei selbst erhobene Werte: Bearbeitungszeit je Auftrag, Anteil vollautomatisch verarbeiteter Bestellungen und Zahl der Nacherfassungen wegen Fehlern. Messen Sie zwei Wochen vor dem Pilot und acht Wochen danach, jeweils an derselben Kundengruppe. Nur so trennen Sie den Effekt der Software von saisonalen Schwankungen.

Ein zweiter, oft unterschätzter Wert ist die Zeit bis zur Auftragsbestätigung. Sie ist für Kunden sichtbar und lässt sich leicht aus dem ERP auslesen.

In welchen Branchen kommt dieser Fall besonders häufig vor?

Erfahrungsgemäß dort, wo die Aufgabe täglich anfällt und das Ergebnis leicht prüfbar ist. Für diese Branchen haben wir eigene Seiten mit Anwendungsfällen und passenden Lösungen:

Was gehört vor die Auswahl?

Erst der Prozess, dann der Rechtsrahmen, dann die Software. Klären Sie, welche Daten in dieser Aufgabe anfallen, ob personenbezogene Daten darunter sind und wer die Ergebnisse prüft. Die Grundlagen dazu stehen auf KI und DSGVO; wie viel Zeit die Aufgabe heute kostet, rechnen Sie mit dem Zeitersparnis-Rechner gegen.

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Häufige Fragen

Funktioniert das auch mit Bestellungen per Fax oder Papier?

Gescannte Dokumente lassen sich verarbeiten, die Erkennungsqualität hängt aber an der Scanqualität. Sinnvoll ist, Papierbestellungen zentral zu scannen statt an mehreren Geräten mit unterschiedlichen Einstellungen.

Was passiert bei Preisabweichungen?

Der Auftrag sollte in eine Prüfliste laufen statt automatisch angelegt zu werden. Definieren Sie vorab, ab welcher Abweichung in Prozent oder Euro ein Mensch entscheidet. Diese Regel gehört ins Lastenheft, nicht in die spätere Feinjustierung.

Ersetzt das eine EDI-Anbindung?

Nein, es ergänzt sie. EDI bleibt für große Kunden mit standardisierten Formaten der günstigere Weg. Die Automatisierung lohnt sich für die vielen kleineren Kunden, für die sich eine EDI-Anbindung nicht rechnet.

Wie lange dauert die Einführung?

Der Aufwand liegt fast vollständig in der ERP-Anbindung und der Stammdatenzuordnung, nicht in der Software selbst. Planen Sie einen Pilot mit wenigen Kunden über mehrere Wochen ein, bevor Sie erweitern.

Bleibt der Innendienst dann unterbeschäftigt?

In der Praxis verschiebt sich die Arbeit von der Eingabe zur Klärung: Rückfragen, Sonderfälle, Terminabstimmung. Kommunizieren Sie das früh, sonst entsteht Widerstand gegen ein Projekt, das Routinearbeit abnimmt.