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Glossar

Was ist Intelligent Document Processing?

Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes

Kurz gesagt

Intelligent Document Processing, kurz IDP, bezeichnet die vollständige Verarbeitungskette eines Dokuments: Erfassen, Erkennen, Klassifizieren, Auslesen, Prüfen und Übergeben an das Zielsystem. IDP ist damit mehr als OCR, weil es das Dokument einordnet und die ausgelesenen Werte weiterreicht. Das Ergebnis ist kein Text, sondern ein gebuchter oder freigegebener Vorgang.

Die Kette hat immer dieselben Glieder. Ein Dokument kommt herein, per Mail, Scan oder Portal. Das System bestimmt die Art: Rechnung, Auftrag, Lieferschein, Mahnung. Danach folgt die Extraktion der Felder, dann die Validierung gegen Ihre Stammdaten, dann entweder die automatische Übergabe oder die Vorlage zur Prüfung. Jedes Glied kann für sich gut oder schlecht arbeiten, und ein Angebot sollte für jedes Glied etwas sagen.

Wirtschaftlich entscheidend ist die Dunkelverarbeitungsquote, also der Anteil der Vorgänge, der ohne menschliches Zutun durchläuft. Diese Quote ist selten so hoch wie in der Vorführung, weil Ihre Realität Sonderfälle enthält: den Lieferanten mit eigenem Formular, die Sammelrechnung, die Gutschrift. Lassen Sie sich die Quote deshalb nie allgemein nennen, sondern getrennt nach Ihren häufigsten Belegarten und auf Basis eines Tests mit Ihren Dokumenten.

Der typische Fehler liegt am Ende der Kette. Viele Projekte investieren in die Erkennung und stolpern an der Schnittstelle zum Zielsystem, weil dort Nummernkreise, Pflichtfelder und Freigabestufen warten. Klären Sie zuerst, wie die Übergabe in Ihr Buchhaltungs- oder Warenwirtschaftssystem funktioniert, ob es eine fertige Anbindung gibt und wer sie pflegt. Diese Frage entscheidet über den Projektaufwand stärker als die Erkennungsqualität.

Für die Kalkulation empfiehlt sich der Vergleich mit dem Ist-Zustand statt mit dem Idealbild. Zählen Sie, wie viele Belege im Monat anfallen und wie viele Minuten ein Vorgang heute braucht. Setzen Sie dagegen die Lizenz, die Anbindung und die verbleibende Prüfzeit. Erst diese Rechnung zeigt, ob sich der Aufwand trägt, und sie ist auch die Grundlage für ein späteres Gespräch über Förderprogramme.

Die Glieder der Verarbeitungskette, die ein Angebot abdecken muss

  • Eingangskanäle: Mail-Postfach, Scanner, Portal, Schnittstelle.
  • Klassifizierung: Erkennt das System die Belegart selbst, und wie lernt es neue dazu?
  • Extraktion der Felder inklusive Positionszeilen bei Rechnungen.
  • Validierung gegen Stammdaten, Bestellungen und Rechenregeln.
  • Übergabe: Welche Zielsysteme sind fertig angebunden, und wer pflegt die Anbindung?

Welche Begriffe hängen damit zusammen?

  • OCR: Umwandlung von Bild in Text: der erste Schritt jeder Belegverarbeitung, aber noch keine Zuordnung.
  • Extraktion: Das Herausziehen einzelner Felder aus einem Dokument, etwa Rechnungsnummer, Datum und Betrag.
  • Konfidenzwert: Der Wert, mit dem ein System angibt, wie sicher es sich bei einem Feld ist. Er steuert, ab wann ein Mensch prüft.

Wo wird Intelligent Document Processing in der Auswahl konkret?

Begriffe helfen erst, wenn sie an einer Entscheidung hängen. Intelligent Document Processing spielt vor allem in Dokumente & Verwaltung eine Rolle. Dort sehen Sie, wie die geprüften Lösungen mit dem Punkt umgehen, jeweils mit Quelle und Stand-Datum.

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Häufige Fragen

Ab welcher Belegmenge lohnt sich das?

Das hängt weniger an der Menge als an der Bearbeitungszeit je Beleg und an der Fehlerhäufigkeit. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Minutenwerten statt mit Faustregeln, und beziehen Sie Rückfragen und Korrekturen ein, nicht nur die reine Erfassung.

Können wir mit einer Belegart anfangen?

Ja, und das ist der übliche Weg. Eingangsrechnungen eignen sich gut, weil Menge, Struktur und Nutzen dort am klarsten sind. Weitere Belegarten kommen dazu, sobald die erste stabil läuft.

Was passiert mit Belegen, die das System nicht versteht?

Sie landen in einer Prüfoberfläche und werden von Hand ergänzt. Achten Sie darauf, dass diese Korrekturen in das System zurückfließen, sonst wiederholt sich derselbe Fall bei jedem Beleg desselben Lieferanten.

Quellen

  • Anbieterangaben laut Anbieter-Websites (abgerufen am 20.08.2026)