Custodos oder SwissGPT: der Direktvergleich
Zuletzt aktualisiert am · Julius Saffarin
Kurz gesagt
Der wichtigste Unterschied liegt im Geschäftsmodell und in der Beleglage: Custodos, ein eigenes Angebot des Betreibers dieses Portals, veröffentlicht Preise in Euro ab 15 € pro Platz und Monat, bei jährlicher Zahlung 12 €, mit wählbarem Hosting in der EU oder der Schweiz, während SwissGPT von AlpineAI eigene Hardware ausschließlich in Schweizer Rechenzentren betreibt und dafür eine Zertifizierung nach ISO 27001 sowie nach der Schweizer Datenschutzzertifizierungsverordnung nennt, aber keine Frankenbeträge veröffentlicht (Stand 09/2026). Für einen öffentlichen Preis und Modellwahl zwischen mehreren Herstellern ist Custodos die naheliegendere Wahl, für Gesundheitswesen, Behörden und Hochschulen mit Anspruch an ausschließlich schweizerische Infrastruktur passt SwissGPT besser.
Custodos ist eine KI-Plattform mit Sitz in Cham im Kanton Zug, die mehrere Sprachmodelle unter einer Oberfläche bündelt und Firmenwissen, Assistenten, Workflows und eine Mobile App ergänzt. Custodos ist ein eigenes Angebot des Betreibers dieses Portals; wir behandeln es nach denselben Regeln wie alle anderen Lösungen in unserer geprüften Auswahl, mit derselben Belegpflicht und ohne Bevorzugung. Laut Anbieter läuft die Verarbeitung wahlweise in Rechenzentren der EU oder der Schweiz, die Region wählen Sie selbst, ein konkreter Hosting-Partner wird dafür nicht genannt. Der Anbieter firmiert laut Impressum als GmbH in Gründung, eine Eintragung im Handelsregister des Kantons Zug steht noch aus.
SwissGPT ist das Angebot der AlpineAI AG aus Davos und richtet sich laut Anbieter an kritische Sektoren mit hohem Datenschutzanspruch: Gesundheitswesen, Behörden und Hochschulen. Statt fremde Modell-APIs zu nutzen, betreibt AlpineAI eigene Hardware in mehreren Schweizer Rechenzentren, darunter RIZ AG, Green Datacenter AG und das Rechenzentrum Ostschweiz. Der Anbieter nennt eine Zertifizierung nach ISO 27001:2022 durch die SQS sowie zusätzlich nach der Schweizer Verordnung über Datenschutzzertifizierungen (VDSZ). Als Sprachmodell wird primär Mistral Large 3 genannt, ein modellagnostischer Ansatz wird laut Anbieter angekündigt, ohne dass weitere Modelle namentlich aufgeführt sind.
Welche der beiden passt zu Ihrem Betrieb?
Die kurze Antwort steht in den beiden Spalten. Beide Lösungen sind gleich gewichtet: Es gibt keine Empfehlung und keine Reihenfolge, sondern zwei Profile, von denen eines näher an Ihrer Ausgangslage liegt.
Passt zu Ihnen, wenn
Custodos
- Sie mehrere Sprachmodelle unter einer Oberfläche wollen und zwischen Hosting in der EU und in der Schweiz wählen möchten
- neben der DSGVO auch das Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG) für Sie zählt
- SSO und Audit-Logs schon im Einstiegstarif enthalten sein sollen
Passt zu Ihnen, wenn
SwissGPT
- Sie im Gesundheitswesen, in einer Behörde oder Hochschule arbeiten und Schweizer Rechenzentren Bedingung sind
- eine Zertifizierung des Anbieters nach ISO 27001 und nach Schweizer Datenschutzrecht verlangt wird
Wie unterscheiden sich Custodos und SwissGPT in den harten Fakten?
Die Gegenüberstellung nennt nur, was beide Anbieter selbst veröffentlichen. Stand der Angaben: 09/2026.
| Kriterium | Custodos | SwissGPT |
|---|---|---|
| Anbieter-Sitz | Cham, Schweiz | Davos, Schweiz |
| Preis-Einstieg | Mini 15 €, Business 30 €, Max 90 € pro Platz/Monat bei monatlicher Zahlung; bei jährlicher Zahlung 12 €, 24 € und 72 € (zzgl. MwSt.); Enterprise individuell | auf Anfrage |
| Free-Plan | nein | nicht belegt |
| Hosting | Rechenzentren in der EU oder der Schweiz, Region wählbar; Hosting-Anbieter nicht genannt | Eigene Hardware in Schweizer Rechenzentren (RIZ, Green Datacenter, RZO) |
| AV-Vertrag | auf der Website genannt | auf der Website genannt |
| ISO 27001 | nicht belegt | auf der Website genannt |
| SOC 2 | nicht belegt | nicht belegt |
| On-Premise | nicht belegt | nicht belegt |
| Integrationen | SharePoint, Google Drive, Slack | nicht belegt |
Wo liegt der eigentliche Unterschied?
In der Beleglage und im Reifegrad der beiden Anbieter. Custodos veröffentlicht eine öffentliche Preisliste in Euro mit vier Stufen und wirbt mit sieben Tagen kostenlosem Test ohne Kreditkarte, nennt aber keine Zertifizierung nach ISO 27001 oder SOC 2 und keine Referenzkunden. SwissGPT nennt umgekehrt zwei Zertifizierungen und mehrere öffentliche Referenzen aus Verwaltung und Hochschulen, veröffentlicht aber keine Frankenbeträge.
Der zweite Unterschied betrifft die Modellwahl und das Betriebsmodell. Custodos bündelt vier namentlich genannte Modellanbieter, OpenAI, Anthropic, Google und Mistral, und lässt Sie zwischen Hosting in der EU und in der Schweiz wählen. SwissGPT setzt auf eigene Hardware ausschließlich in Schweizer Rechenzentren und nennt bislang nur Mistral Large 3 als eingesetztes Modell, trotz angekündigtem modellagnostischem Anspruch.
Wer sollte Custodos wählen?
Betriebe im gesamten DACH-Raum, die einen öffentlichen Einstiegspreis und die Wahl zwischen mehreren namhaften KI-Modellen wollen, ohne selbst Verträge mit den Modellanbietern abzuschließen. Wer zusätzlich zwischen Hosting in der EU und in der Schweiz wechseln möchte, findet diese Option direkt in der Preisliste.
Auch wer SSO und Audit-Logs schon im günstigsten Tarif braucht, ist bei Custodos richtig, denn beides ist laut Preisseite ab dem Einstiegstarif Mini enthalten. Da der Anbieter laut Impressum als GmbH in Gründung firmiert und keine Referenzkunden nennt, sollten Sie vor einer größeren Ausschreibung Bonität, Auftragsverarbeitungsvertrag und Nachweisstand direkt erfragen.
Wer sollte SwissGPT wählen?
Organisationen aus Gesundheitswesen, Behörden und Hochschulen, für die eine vollständig schweizerische Infrastruktur und benannte Nachweise wichtiger sind als ein öffentlicher Frankenpreis. AlpineAI nennt für diese Zielgruppen bereits öffentliche Referenzen wie die Gemeinde Davos, die Stadt Luzern und die ZHAW.
- Zertifizierung nach ISO 27001 und nach der Schweizer VDSZ gefordert: bei SwissGPT belegt.
- Betrieb auf eigener Schweizer Hardware statt fremder Cloud-APIs gewünscht: SwissGPT setzt genau darauf.
- Öffentliche Referenzen aus Verwaltung oder Hochschule als Entscheidungsgrundlage nötig: bei SwissGPT vorhanden.
- Öffentlicher Frankenpreis vor dem ersten Gespräch nötig: bei SwissGPT nicht auf der Website hinterlegt.
Wie unterscheiden sich Preis und Abrechnung?
Custodos nennt vier Stufen in Euro bei monatlicher Zahlung: Mini 15 €, Business 30 € (vom Anbieter als empfohlen markiert), Max 90 €, Enterprise individuell; bei jährlicher Zahlung sind es 12 €, 24 € und 72 €, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer (Stand 09/2026). Trotz der Schweiz als genanntem Zielmarkt zeigt die Preisseite ausschließlich Euro-Beträge, keine Franken-Option. Einen dauerhaften Free-Plan gibt es nicht, laut Anbieter aber sieben Tage kostenlosen Test ohne Kreditkarte.
SwissGPT benennt die Tarifstufen Standard, Premium und Enterprise, Standard und Premium bis neun Nutzer, Enterprise ab zehn Lizenzen auf Anfrage, konkrete Frankenbeträge sind auf den geprüften Seiten aber nicht hinterlegt (Stand 09/2026). Ein dauerhafter Free-Plan ist auf den geprüften Seiten nicht erkennbar. Für einen belastbaren Vergleich der beiden Angebote brauchen Sie daher in jedem Fall ein Angebot von AlpineAI, CHF und EUR werden dabei nie ineinander umgerechnet.
Was gilt beim Datenschutz und beim Betriebsmodell?
Beide Anbieter berufen sich auf das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG), das seit dem 1. September 2023 in Kraft ist. Custodos nennt wörtlich, die DSGVO und das revDSG zu erfüllen, und lässt Sie zwischen Verarbeitung in der EU und in der Schweiz wählen, ein konkreter Hosting-Partner wird dafür nicht genannt. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag stellt Custodos laut eigener Aussage bereit, ein öffentlich abrufbares Dokument dazu war beim Prüflauf nicht auffindbar.
SwissGPT verarbeitet ausschließlich auf eigener Hardware in Schweizer Rechenzentren und verzichtet laut Anbieter bewusst auf fremde Modell-APIs. Auftragsverarbeitungsvertrag, Geschäftsbedingungen und eine Ergänzungsvereinbarung für vertrauliche Daten sind bei AlpineAI öffentlich verlinkt, gegengezeichnete Kopien lassen sich zusätzlich anfragen. Für Kunden aus der EU ist die Übermittlung in die Schweiz unproblematisch, weil die EU-Kommission der Schweiz seit dem 15. Januar 2024 ein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt.
Was ist bei beiden nicht belegt?
Bei Custodos sind eine Zertifizierung nach ISO 27001 oder SOC 2, eine On-Premise-Option und der konkrete Hosting-Partner für das Produkt nicht genannt. Auch Referenzkunden und eine bezifferte Zielgröße fehlen auf den geprüften Seiten, nur die Kategorie KMU wird in der Branchennavigation genannt. Fragen Sie diese Punkte vor einer größeren Ausschreibung direkt beim Anbieter ab.
Bei SwissGPT fehlen Frankenbeträge, eine Zertifizierung nach SOC 2 und eine ausdrückliche On-Premise-Option auf den geprüften Seiten. Auch die angekündigte Modellagnostik ist bislang nur mit einem einzigen Modell, Mistral Large 3, belegt, weitere Modelle nennt die Website nicht. Lassen Sie sich Preis und Modellauswahl schriftlich bestätigen, bevor Sie planen.
Vor- und Nachteile aus dem Prüfprotokoll
| Custodos | SwissGPT |
|---|---|
Vorteile
| Vorteile
|
Beide im vollständigen Vergleich
Der Direktvergleich zeigt zwei Lösungen. Im Kategorie-Vergleich stehen alle geprüften Lösungen dieser Kategorie nebeneinander, inklusive derer, die hier nicht auftauchen.
Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.
| Lösung | Preis-Einstieg | Hosting | AVV | ISO 27001 | On-Premise | Passend für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CustodosCham, SchweizEigenes Angebot des Betreibers | Mini 15 €, Business 30 €, Max 90 € pro Platz/Monat bei monatlicher Zahlung; bei jährlicher Zahlung 12 €, 24 € und 72 € (zzgl. MwSt.); Enterprise individuell | Rechenzentren in der EU oder der Schweiz, Region wählbar; Hosting-Anbieter nicht genannt | ja | nicht belegt | nicht belegt | Sie mehrere Sprachmodelle unter einer Oberfläche wollen und zwischen Hosting in der EU und in der Schweiz wählen möchten |
| SwissGPT (AlpineAI)Davos, Schweiz | auf Anfrage | Eigene Hardware in Schweizer Rechenzentren (RIZ, Green Datacenter, RZO) | ja | ja | nicht belegt | Sie im Gesundheitswesen, in einer Behörde oder Hochschule arbeiten und Schweizer Rechenzentren Bedingung sind |
Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 09/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Weiter zum vollständigen Vergleich: KI-Assistenten & LLM-Plattformen. Wie wir auswählen und woran wir verdienen, steht auf Wie wir vergleichen.
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Selten steht die Wahl zwischen genau zwei Lösungen fest. Diese Gegenüberstellungen betreffen dieselbe Kategorie und beantworten die Frage aus einem anderen Blickwinkel.
- Langdock oder DeutschlandGPT
- Langdock oder Microsoft 365 Copilot
- innoGPT oder nele.ai
- Langdock oder nele.ai
- Langdock oder innoGPT
- nele.ai oder DeutschlandGPT
Wer vom eigenen Werkzeug aus sucht statt von zwei Kandidaten, findet den Einstieg bei den Alternativen zu bekannten Werkzeugen.
Häufige Fragen
Gehört Custodos zum Betreiber dieses Portals?
Ja. Custodos ist ein eigenes Angebot des Betreibers von Softwarelotsen. Wir behandeln den Anbieter nach denselben Regeln wie alle anderen Lösungen in unserer geprüften Auswahl: gleiche Fakten, gleiche Belegpflicht, keine Bevorzugung in der Darstellung.
Welche der beiden Lösungen ist günstiger?
Das lässt sich derzeit nicht seriös vergleichen. Custodos nennt einen öffentlichen Einstiegspreis von 15 € pro Platz und Monat in Euro, bei jährlicher Zahlung 12 €, SwissGPT veröffentlicht nur Tarifnamen ohne Frankenbeträge (Stand 09/2026). Holen Sie für SwissGPT ein Angebot ein, bevor Sie beide Preise gegenüberstellen.
Wo werden meine Daten verarbeitet?
Bei Custodos wählen Sie laut Anbieter zwischen Rechenzentren in der EU und in der Schweiz, ein konkreter Hosting-Partner wird nicht genannt. SwissGPT verarbeitet ausschließlich auf eigener Hardware in mehreren Schweizer Rechenzentren, darunter RIZ AG und Green Datacenter AG.
Welcher Anbieter nennt mehr Nachweise?
SwissGPT nennt eine Zertifizierung nach ISO 27001 und nach der Schweizer Datenschutzzertifizierungsverordnung sowie öffentliche Referenzen. Custodos nennt keine dieser Zertifizierungen und keine Referenzkunden (Stand 09/2026); fragen Sie aktuelle Nachweise direkt beim jeweiligen Anbieter ab.
Mit welchen KI-Modellen arbeite ich?
Custodos bündelt laut Anbieter Modelle von OpenAI, Anthropic, Google und Mistral in einer Oberfläche. SwissGPT nennt aktuell nur Mistral Large 3 als eingesetztes Modell, trotz angekündigtem modellagnostischem Ansatz.
Kann ich beide Lösungen vorab testen?
Custodos nennt sieben Tage kostenlosen Test ohne Kreditkarte. Für SwissGPT ist auf den geprüften Seiten kein dauerhafter Free-Plan oder Test erkennbar, fragen Sie eine Demo direkt bei AlpineAI an.