Abläufe zwischen Systemen automatisieren mit KI
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Kurz gesagt
Automatisierungsplattformen verbinden Ihre Systeme über fertige Konnektoren und führen Abläufe ohne Programmierung aus, etwa vom Formular über das CRM bis in die Buchhaltung. Drei Lösungen unserer Auswahl decken diesen Fall ab: Langdock, Make und n8n. Der belegte Einstieg liegt bei 9 US-Dollar pro Monat (Make Core, Stand 08/2026); n8n nennt 20 € pro Monat bei jährlicher Zahlung sowie eine kostenlose Community Edition zum Selbstbetrieb.
Workflow-Automatisierung bedeutet, dass ein System auf ein Ereignis reagiert und daraufhin festgelegte Schritte in anderen Systemen ausführt: Ein Formular geht ein, daraufhin entsteht ein Datensatz im CRM, eine Aufgabe im Projekttool und eine Benachrichtigung im Chat. Sprachmodelle kommen dort hinzu, wo ein Schritt Verständnis verlangt, etwa beim Einordnen einer Anfrage. Der Alltag ohne Automatisierung besteht aus Übertragungsarbeit: Dieselbe Information wird zwei- bis dreimal getippt, und wenn jemand im Urlaub ist, bleibt sie liegen.
Realistisch übernimmt eine solche Plattform die Übertragungsarbeit zuverlässig, solange die beteiligten Systeme Schnittstellen haben. Sie verbessert keinen schlechten Prozess: Wer einen unklaren Ablauf automatisiert, bekommt Fehler schneller und in größerer Zahl. Vor der Automatisierung steht deshalb immer die Klärung, wer welchen Schritt verantwortet und was bei Ausnahmen passiert.
Welche geprüften Lösungen decken diese Aufgabe ab?
3 Lösungen unserer Auswahl adressieren abläufe zwischen systemen automatisieren. Die Tabelle zeigt die harten Kriterien, darunter stehen Einordnung und Preis-Einstieg je Lösung. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
Tabelle seitlich scrollbar, erste Spalte bleibt stehen.
| Lösung | Preis-Einstieg | Hosting | AVV | ISO 27001 | On-Premise | Passend für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| n8nBerlin, Deutschland | Starter 20 €/Monat bei jährlicher Abrechnung (2.500 Workflow-Ausführungen); Community Edition selbst gehostet kostenlos | Cloud von n8n betrieben in Frankfurt; Self-Hosting möglich | ja | nicht belegt | ja | Ihre IT Workflows selbst bauen und bei Bedarf selbst hosten will |
| Makelaut Website nicht belegt (Footer nennt Celonis) | Core ab 9 $/Monat (10.000 Credits); Free-Plan mit 1.000 Credits/Monat; Enterprise auf Anfrage | AWS (EU/Nordamerika); ob der Kunde die EU-Region wählen kann, ist nicht belegt | ja | ja | nein | Fachabteilungen ohne Entwickler Abläufe zwischen Cloud-Tools verknüpfen sollen |
| LangdockBerlin, Deutschland | Business 25 € pro Nutzer/Monat (jährlich 20 % günstiger); Enterprise ab 1.000 Nutzern auf Anfrage | EU-Hosting auf Microsoft Azure; Single-Tenant, eigene Cloud und On-Premise für Enterprise | nicht belegt | ja | ja | Sie allen Mitarbeitenden einen firmentauglichen Chat-Assistenten mit Modellwahl geben wollen |
Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. „nicht belegt“ heißt: auf der Anbieter-Website nicht gefunden. Reihenfolge alphabetisch, keine Rangfolge.
- Profil
Workflow-Automatisierung für technische Teams mit KI-Agenten-Bausteinen, als Cloud aus Frankfurt oder selbst gehostet.
Preis-Einstieg: Starter 20 €/Monat bei jährlicher Abrechnung (2.500 Workflow-Ausführungen); Community Edition selbst gehostet kostenlos
- Profil
Visuelle Automatisierungsplattform, die Apps, Datenquellen und KI-Modelle per Drag-and-drop zu Workflows und Agenten verbindet.
Preis-Einstieg: Core ab 9 $/Monat (10.000 Credits); Free-Plan mit 1.000 Credits/Monat; Enterprise auf Anfrage
Alphabetisch, keine Rangfolge. Anbieterangaben laut Anbieter-Websites, Stand 08/2026. Passende Auswahl anfordern
Wie ist ein automatisierter Ablauf aufgebaut?
Aus Auslöser, Schritten und Fehlerbehandlung. Der Auslöser ist ein Ereignis: eingehende Mail, neues Formular, Zeitplan, Webhook aus einem Fachsystem. Danach folgen Schritte, die Daten holen, umformen, prüfen und in Zielsysteme schreiben. Verzweigungen entscheiden anhand von Bedingungen, welcher Weg genommen wird.
Der oft vergessene Teil ist die Fehlerbehandlung: Was passiert, wenn das Zielsystem nicht antwortet oder ein Pflichtfeld fehlt. Ohne definierten Fehlerpfad verschwinden Vorgänge unbemerkt, und genau das untergräbt das Vertrauen in die Automatisierung.
Worin unterscheiden sich die Plattformen?
Im Betriebsmodell und in der Abrechnung. n8n nennt eine Cloud in Frankfurt sowie eine kostenlose Community Edition, die Sie selbst betreiben können, und rechnet im Starter-Plan mit 20 € pro Monat bei jährlicher Zahlung für 2.500 Ausführungen ab. Make nennt Core ab 9 US-Dollar pro Monat für 10.000 Credits sowie einen kostenlosen Plan mit 1.000 Credits, betreibt aber ausschließlich als Cloud-Dienst ohne Selbstbetrieb. Langdock adressiert Automatisierung als Teil einer KI-Plattform mit Workflows und Assistenten zu 25 € pro Nutzer und Monat.
Für Betriebe mit eigener IT und hohem Datenschutzanspruch ist der Selbstbetrieb ein starkes Argument. Für kleine Teams ohne IT-Kapazität ist die Cloud fast immer die vernünftigere Wahl.
Womit sollten Sie anfangen?
Mit einem Ablauf, der oft vorkommt, wenige Systeme berührt und dessen Fehler sofort auffallen. Solche Abläufe lassen sich in wenigen Stunden bauen und liefern belastbare Erfahrung für größere Vorhaben.
- Kontaktformular in CRM und Aufgabenliste überführen
- Eingehende Rechnungen an die Buchhaltung weiterleiten und ablegen
- Neue Aufträge im Team-Chat melden und im Projekttool anlegen
- Termindaten zwischen Kalender und Einsatzplanung abgleichen
- Wöchentliche Auswertungen automatisch zusammenstellen und versenden
Welche Datenschutzfragen stellen sich?
Eine Automatisierungsplattform sieht die Daten, die durch sie hindurchlaufen, also häufig personenbezogene Daten aus Formularen, CRM und Mail. Damit gilt Art. 28 DSGVO. Klären Sie zusätzlich, wie lange Ausführungsprotokolle gespeichert werden, denn diese Protokolle enthalten oft vollständige Datensätze.
Belegt ist: n8n nennt Cloud-Hosting in Frankfurt, einen AV-Vertrag und SOC 2; ISO 27001 war beim Prüflauf nicht belegt. Make nennt AWS-Rechenzentren in der EU und in Nordamerika, ein AV-Vertragsdokument sowie ISO 27001 und SOC 2; eine garantierte EU-Regionswahl war nicht belegt. Langdock nennt EU-Hosting auf Microsoft Azure. Sobald ein Ablauf Leistungsdaten von Beschäftigten erzeugt, ist zudem § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG einschlägig.
Woran scheitern Automatisierungsprojekte?
An unklaren Prozessen und an fehlender Zuständigkeit. Wenn niemand die Abläufe pflegt, brechen sie beim nächsten Schnittstellenwechsel still zusammen. Der zweite typische Fehler ist Überautomatisierung: Ein Ablauf mit zwanzig Verzweigungen ist nicht mehr wartbar und wird nach dem Ausscheiden der bauenden Person zur Blackbox.
Dokumentieren Sie deshalb jeden produktiven Ablauf in zwei Sätzen: Was löst ihn aus, was tut er, wer ist zuständig. Diese Liste ist wichtiger als jede technische Feinheit.
Wie messen Sie den Nutzen?
An der Zahl manueller Übertragungen und an der Durchlaufzeit des Vorgangs. Zählen Sie vor dem Start eine Woche lang, wie oft dieselbe Information in ein zweites System getippt wird. Nach der Umstellung sollte dieser Wert gegen null gehen, und genau das lässt sich prüfen.
Beobachten Sie zusätzlich die Fehlerrate der Abläufe. Eine Automatisierung, die wöchentlich manuell nachgebessert werden muss, hat ihren Zweck nicht erfüllt, auch wenn sie technisch läuft.
In welchen Branchen kommt dieser Fall besonders häufig vor?
Erfahrungsgemäß dort, wo die Aufgabe täglich anfällt und das Ergebnis leicht prüfbar ist. Für diese Branchen haben wir eigene Seiten mit Anwendungsfällen und passenden Lösungen:
Was gehört vor die Auswahl?
Erst der Prozess, dann der Rechtsrahmen, dann die Software. Klären Sie, welche Daten in dieser Aufgabe anfallen, ob personenbezogene Daten darunter sind und wer die Ergebnisse prüft. Die Grundlagen dazu stehen auf KI und DSGVO; wie viel Zeit die Aufgabe heute kostet, rechnen Sie mit dem Zeitersparnis-Rechner gegen.
Verwandte Anwendungsfälle
- Rechnungen automatisch erfassen: Eingangsrechnungen auslesen, prüfen und an Buchhaltung oder ERP übergeben, ohne abzutippen.
- Aufträge ins ERP übernehmen: Bestellungen aus E-Mail, PDF und Excel auslesen und direkt ins ERP-System schreiben.
- Anrufe automatisch annehmen: Ein Sprachassistent nimmt Anrufe entgegen, bucht Termine und leitet weiter, auch außerhalb der Bürozeiten.
- Kundenanfragen im Chat beantworten: Wiederkehrende Fragen auf der Website automatisch beantworten und bei Bedarf an Mitarbeitende übergeben.
- E-Mails und Antworten vorformulieren: Antwortentwürfe, Zusammenfassungen und Textbausteine für den Posteingang erzeugen lassen.
Häufige Fragen
Brauchen wir dafür Programmierkenntnisse?
Für Standardabläufe nicht, beide Plattformen arbeiten mit grafischen Editoren. Sobald Datenumformungen komplexer werden, hilft technisches Verständnis erheblich, und für den Selbstbetrieb von n8n brauchen Sie IT-Kapazität.
Was passiert bei einem Ausfall der Plattform?
Vorgänge bleiben liegen oder laufen später nach, je nach Konfiguration. Definieren Sie für kritische Abläufe einen manuellen Ersatzweg und eine Benachrichtigung, damit der Ausfall bemerkt wird.
Wie rechnen sich Ausführungen und Credits?
n8n zählt Ausführungen eines Ablaufs, Make zählt Credits je Schritt. Bei kleinteiligen Abläufen mit vielen Schritten ist das ein erheblicher Unterschied; rechnen Sie mit einem echten Beispiel durch, bevor Sie einen Tarif wählen.
Können wir das im eigenen Rechenzentrum betreiben?
n8n bietet eine Community Edition zum Selbstbetrieb unter einer Sustainable Use License. Make ist ein reiner Cloud-Dienst ohne Selbstbetrieb.
Wo kommt dabei KI ins Spiel?
Dort, wo ein Schritt Verständnis erfordert: Einordnen einer Anfrage, Zusammenfassen eines Dokuments, Formulieren einer Antwort. Alle drei Plattformen erlauben, Sprachmodelle als Schritt in einen Ablauf einzubinden.